Ausgezogen in die Welt der Literatur ist Peter Handke bekanntlich, wie so manche damals, Anfang der sechziger Jahre, von Graz aus, aber niemand ist weiter gekommen als er. Princeton, wo er nachhaltig am Sockel der Gruppe 47 gerüttelt hat, war da gewiss eine entscheidende Station, später Alaska, wo er seiner eigenen Literatur eine entscheidende Wende gab, Deutschland und Frankreich kamen als Wohn- und Schreiborte hinzu, die er aber bald überall auf der Welt entdeckte, bis er am Rand des Waldes von Versailles das Haus fand, von dem aus er heute seine Briefe schreibt. Von Beginn an war Alfred Kolleritsch ein freundschaftlicher und mitsorgender Begleiter und Partner, der mit seiner einzigartigen Zeitschrift "manuskripte" das Forum für die kommende Literatur offen hielt, wo auch Peter Handke immer wieder publiziert hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.07.2008
Das Hin und Her dieser Dichter-Korrespondenz birgt für Paul Jandl allerhand wunderbar Abgründiges. Jandl spürt die Zuneigung und die Schwierigkeiten zwischen Peter Handke und Alfred Kolleritsch, das lustvolle Spiel zwischen Nähe und Distanz, die Ironie und die Boshaftigkeit (gegen kulturelle Oberflächenerscheinungen). Sehr genau erscheinen ihm die geschilderten Empfindungen, doch überwiegt der so kritisch wie "anstrengungslos" geführte "große" Kunstdiskurs in seinen Augen klar, nicht das Intime. Nichtsdestotrotz scheinen ihm Handkes Leben und Werk gleichermaßen in den Briefen aufgehoben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.05.2008
Wunderbar findet Andreas Dorschel diesen über vier Jahrzehnte geführten Briefwechsel zwischen Peter Handke und Alfred Kolleritsch. Er würdigt die Autoren als "Briefschreibegenies", ihre Korrespondenz als "bemerkenswertes Kompendium der Freundschaft". Die Briefe zeichnen sich für ihn durch ihre Aufmerksamkeit für den anderen aus, durch ihre schönen Gesten, ihre Güte, aber auch durch Invektiven gegenüber gemeinsamen Feinden wie Kritikern und Politikern. Bewundernd äußert sich Dorschel insbesondere über Handkes Art, sich mitzuteilen, etwas mitzuteilen - "durch Aussprechen, aber auch durch Andeuten - und nicht zuletzt durch Verschweigen".
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