Herausgegeben von Klaus Kastberger. Ausgangspunkt des Bandes ist die betonte Eigenständigkeit der Literatur von Peter Handke. Eine Art zu schreiben, die oft quer zur veröffentlichten Meinung steht und sich planvoll gegen äußere Vorgaben zur Wehr setzt. Legendär sind Handkes Auftritte vor der Gruppe 47 ebenso wie seine Theaterstücke und Bücher - von der "Publikumsbeschimpfung" über "Wunschloses Unglück" bis zur "Morawischen Nacht". Beflügelt von frühen Erfolgen vermochte sich der Autor in einer jahrzehntelang weiterentwickelten Schreibarbeit als autonomer Dichter zu etablieren. Auch die vieldiskutierten Aufsätze über Jugoslawien zeigen: Aus dem alltäglichen Schreiben und den konkreten Ausformungen der Schrift gewinnt er die dazu notwendige poetische Kraft. Ein fundierter Beitrag zur neueren deutschen Literaturwissenschaft mit zahlreichen Faksimiles aus dem Vorlass des Autors am Österreichischen Literaturarchiv und aus anderen Sammlungen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.05.2010
Für Jan Volker Röhnert bietet der von Klaus Kastberger herausgegebene Band mit Texten zu Peter Handkes Werk eine gute Gelegenheit, einen erhellenden Blick in dessen "Textlabor" zu werfen. Als aufschlussreich hebt er Katharina Pektors Beitrag zum biografischen Kontext von Handkes Erzählung "Der Chinese des Schmerzes", Raimund Fellingers Ausführungen über in dem Buch "Mein Jahr in der Niemandsbucht" nicht enthaltene Manuskriptstellen und Ulrich von Bülows Sichtung der Originalnotizbücher, die Handkes publizierten Journalen zugrunde liegen. Für alle, die sich genauer für Produktionsbedingungen und nicht zuletzt Handkes "Schreibethos" interessieren, kann Röhnert diesen Band wärmstens empfehlen.
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