Norman Davies

Die große Katastrophe

Europa im Krieg 1939 bis 1945
Cover: Die große Katastrophe
Droemer Knaur Verlag, München 2009
ISBN 9783426274965
Gebunden, 847 Seiten, 36,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Harald Stadler. In dieser Gesamtdarstellung des Zweiten Weltkriegs wagt Norman Davies eine überzeugende Neubewertung. Der Krieg wurde im Osten begonnen, dort wurde er auch entschieden, dort waren mit über 20 Millionen Toten die größten Verluste zu tragen. Und: Die Westalliierten versagten, ganz Europa zu demokratisieren; der Kalte Krieg teilte die Welt für ein weiteres halbes Jahrhundert.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.08.2010

Mit kritischem Respekt bespricht der in Cambridge lehrende Historiker Richard J. Evans das (2006 im Original erschienene) Buch seines Kollegen Norman Davies über den Zweiten Weltkrieg aus polnischer Sicht. Denn es liefert ihm zwar ein paar ungewöhnliche Perspektiven, schießt aus seiner Sicht aber mit mancher Deutung doch über das Ziel hinaus. Manches gar, wie Davies' Einschätzungen zu Stalin oder der Roten Armee, ist für Evans gar nicht tolerierbar. Dennoch findet er dieses Buch auf Grund seiner Perspektive, die sich sehr von der westlichen Scheuklappen-Mainstream-Lesart des Zweiten Weltkrieges und der Rolle der Sowjetunion unterscheidet, speziell für westliche Lese schockierend und erhellend zugleich.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.01.2010

Rezensent Johannes Hürter, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Münchner Institut für Zeitgeschichte, lässt kein gutes Haar an Norman Davies Geschichte des Zweiten Weltkriegs. Noch bevor Hürter überhaupt dargestellt hat, worum es geht und was Davies schreibt, stellt er klar, dass es nicht neu sei, höchstens in seiner Einseitigkeit. Dabei sei es auch noch konventionell, oberflächlich und beliebig. Offenbar möchte Davies unseren Blick stärker auf den Krieg im Osten richten, der viel entscheidender als der im Westen gewesen sei und hier von nationalsozialistischer wie stalinistischer Seite mit der gleichen Grausamkeit geführt worden ist, wobei Davies der Sowjetunion in diesem Punkt sogar einen Vorsprung zubilligt. Den Zorn des Rezensenten entfacht schließlich Davies' Polemik gegen Jürgen Habermas und Marcel Reich-Ranicki wie auch seine Verteidigung Ernst Noltes. Für reine Geschichtsklitterung hält er schließlich, wie Davies über eine jüdische Kollaboration am Holocaust schreibt oder dass er das Massensterben im belagerten Leningrad mit dem russischen Widerstand begründet.

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