Aus dem Russischen von Susanne Scholl. "Die Hände meines Vaters" ist eine epische russische Familiengeschichte vor dem Panorama der Oktoberrevolution, der Weltkriege wie des ganzen 20. Jahrhunderts.
Irina Scherbakowas jüdische Großmutter hat die Pogrome, die Oktoberrevolution und den Bürgerkrieg von 1917/18 überlebt. Ihr Vater kämpfte als Offizier im Zweiten Weltkrieg vor Stalingrad. Und sie selbst wuchs zur Stalinzeit in Moskau auf: Irina Scherbakowa stammt aus einer Familie, die alle Schrecknisse des 20. Jahrhunderts miterlebt hat. Und doch empfindet die renommierte russische Publizistin ihre Familiengeschichte als eine glückliche - sind ihre Vorfahren und sie doch immer wider alle Wahrscheinlichkeit davongekommen, Und so wird Irina Scherbakowas Buch zu einem beeindruckenden Porträt nicht nur einer Familie, der es stets mit viel Glück gelang, düstere Zeiten zu überstehen, sondern auch und vor allem die mitreißende Geschichte eines bewegten Jahrhunderts.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 21.12.2017
Rezensent Tim Neshitow legt dieses Buch all jenen ans Herz, die sich für Russland und die Russen interessieren, sie besser verstehen lernen wollen oder glauben, sie bereits zu verstehen - ja vor allem letzteren, denn in "Die Hände meines Vaters" leistet Irina Scherbakowa "Gedächtnisarbeit" und macht im Spiegel der Geschichte einer einzelnen Familie, ihrer Familie, die Geschichte eines ganzen Landes sichtbar und nachvollziehbar, so der Kritiker. Authentisch und ausführlich erzählt sie von ihrem Vater, der eine hohe Position bei der Kommunistischen Internationale inne hatte und in Stalingrad um ein Haar beide Hände verloren hätte, ihrer Mutter, die das Skifahren von Walter Ulbricht lernte und mit der Tochter Stalins befreundet war und von sich selbst und ihrer Moskauer Kindheit im Hotel Lux, lesen wir. Ein erhellendes und sehr intimes Buch, so der überzeugte Rezensent.
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