Mit SchwarzWeiß-Abbildungen. Gäbe es die Salzburger Festspiele nicht, man müsste sie erfinden. Wie es aber dazu gekommen ist, davon erzählt dieses Buch. Es beschreibt die ideellen Hintergründe und die ideologischen Implikationen von Hugo von Hofmannsthals mehrmals revidierten, den jeweiligen Zeitumständen angepassten Festspielkonzepten, widmet sich in ausführlicher Lektüre sämtlichen Gründungsschriften und erzählt mit Blick auf die historischen Voraussetzungen die frühe Geschichte ihrer konfliktreichen Entstehung und wechselhaften Entwicklung. Norbert Christian Wolf fördert dabei manches zutage, was sich mit dem Bild vom kosmopolitischen Friedensprojekt im Zeichen der Kunst schwer in Einklang bringen lässt. Er macht aber auch nachvollziehbar, wie und warum sich die Idee der Festspiele im Rahmen der massiven sozial-, kultur- sowie ideologiegeschichtlichen Brüche des frühen 20. Jahrhunderts verändert hat. Und nicht zuletzt, wie daraus einer der zentralen "Erinnerungsorte" Österreichs geworden ist, ein Brennspiegel des Kampfes um die Bildung der österreichischen Nation nach Ende des Ersten Weltkriegs.
Da kann die Feststpielleitung in Salzburg noch so sehr das Utopische am Festspielgedanken propagieren, den Friedensappell, ausgegeben angeblich von Hugo von Hofmannsthal höchstperönlich - der Rezensent weiß es besser. Nach der Lektüre von Norbert Christian Wolfs Untersuchung zur Gründung der Salzburger Festspiele nämlich. Die Idee hinter Salzburg war antiaufklärerisch und dezidiert gegen Wien gerichtet, lernt Oliver Hilmes vom Literaturwissenschaftsprofessor Wolf. Erstaunlich, findet der Rezensent, und aufschlussreich, vergleicht man mit dem, was von offizieller Seite, etwa auf der Homepage der Festspiele, ausgegeben wird.
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