Mit 190 Schwarzweiß-Fotos. In "22 Annäherungen" wird Thomas Bernhards komplizierte Beziehung zu Salzburg aufgezeigt. Bernhards Salzburg-Bild, wie es in seiner Autobiografie erscheint, steht im Mittelpunkt, ergänzt um einen historischen Kommentar. Seine journalistische Tätigkeit und die Studienjahre am Mozarteum werden mit einer Reihe von bisher kaum zugänglichen Texten aus Bernhards frühen Jahren vorgeführt. Weitere Abschnitte dokumentieren Entstehung, Realisierung und Rezeption der für die Salzburger Festspiele verfassten Dramen, die öffentlichen Reaktionen auf diese widersprüchliche Persönlichkeit, die Konflikte des Autors mit Institutionen, aber auch die spektakulären Zerwürfnisse mit der Leitung der Festspiele.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.03.2002
Thomas Bernhard war nicht nur ein facettenreicher Autor, er war auch eine überaus komplexe Persönlichkeit, die nach eigenen Aussagen immer zwei Existenzen geführt habe, eine wirkliche und eine gespielte. Rezensent Hans Christian Kosler weist zu Recht darauf hin, denn auch das jüngst erschienene Buch der beiden Salzburger Universitätsdozenten Sabine Veits-Falk und Manfred Mittermayer, in dem es um Bernhards Verhältnis zu Salburg geht, bestätigt dies. Darin weisen die Autoren nach, dass die Verteufelung der Stadt durch den Autor erst mit seinem Roman "Frost" begann, während er sie in Gedichten aus der Jugendzeit förmlich idealisiert und idyllisiert habe. Der vorliegende Band wolle jedoch keine Analysen und Exegesen liefern, sondern vielmehr Berhards frühe Lebensjahre rekonstruieren. Aus diesem Grund werden in dem Buch viele Zeitzeugen befragt. Kosler bedauert es, dass Karl Ignaz Hennetmair, der in seinen Tagebüchern Bernhards Streit mit den Salzburger Festspielen festgehalten habe, nicht zu Wort kommt, und ist deshalb nicht ganz zufrieden mit Mittermayers und Veits-Falks Arbeit.
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