Der Sammelband "Südslawisches Wien" diskutiert die Sichtbarkeit und Anwesenheit südslawischer Bevölkerungsgruppen, ihrer Sprachen, Kulturen und künstlerischen Ausdrucksformen in der österreichischen Bundeshauptstadt. Laut Integrationsmonitor der Stadt lebten 2020 rund 180.000 Menschen südslawischer Herkunft in Wien. Sie kommen vor allem aus Bosnien und Herzegowina, Kroatien und Serbien, aber auch aus Slowenien, Bulgarien und Nordmazedonien. Jede*r zehnte Wiener*in ist damit Südslaw*in. Hinzu kommt die autochthone kroatische und slowenische Bevölkerung Österreichs, die in Wien ihre eigenen kulturellen Strukturen aufgebaut hat. Die Bundeshauptstadt stellt für alle diese Gruppen einen zentralen kulturellen Bezugspunkt dar. Im Fokus des Sammelbandes stehen zusammenschauend die Wiener südslawische Gegenwart und alle Schauplätze, an denen südslawische Sprachen, Kulturen und Menschen in Wien heute sichtbar werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.02.2023
Rezensent Michael Martens ärgert sich über Gender-Sterne in einem ansonsten rundum gelungenen Sammelband zu südslawischen Kulturen in Wien: Ein Zehntel der Stadtbevölkerung ist südslawischer Herkunft und so wissen die Herausgeberinnen Interessantes zu berichten. Der Kritiker freut sich besonders über die Geschichte von Miroslav Prstojević, der eine Buchhandlung mit Fokus auf sonst oft eher unterrepräsentierte Literatur aus dieser Region führt. Hoffentlich erfährt dieser Band noch eine Fortsetzung, schließt Martens.
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