Aus dem Amerikanischen von Veit Friemert. Viele der nationalen Befreiungsbewegungen in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg verfolgten ursprünglich demokratische und säkulare Ideale. Nachdem die koloniale Herrschaft abgeschüttelt war, kam es in den neu entstandenen Nationen jedoch zu einem starken Wiederaufleben von religiösen Strömungen. In seinem neuen Buch untersucht Michael Walzer diese Entwicklung anhand von Indien, Israel und Algerien. Auch wenn Hindu-Nationalismus, Islamismus, ultra-orthodoxes Judentum und messianischer Zionismus stark unterschiedliche Gruppen bilden, verbindet sie, dass sie jeweils die säkularen Gründungsprinzipien und -institutionen der genannten Staaten attackieren. Walzer geht in seinem Buch der Frage nach, warum die säkularen demokratischen Bewegungen nicht in der Lage gewesen sind, ihre politische Kultur und Haltung über ein oder zwei Generationen hinaus weiterzugeben. "Das Paradox der Befreiung" liefert einen wichtigen Beitrag zu der drängenden zeitgenössischen Frage nach der Integrationskraft und gesamtgesellschaftlichen Attraktivität von demokratischen und säkularen Prinzipien und Idealen. In einem Vorwort zu der deutschen Ausgabe spitzt Walzer die Fragestellung zu und diskutiert sie anhand von aktuellen Konflikten.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.02.2019
Alexander Gallus anerkennt Michael Walzers Versuch, mit Edmund Burke die revolutionären Bestrebungen der demokratischen Linken vor religiösem Fundamentalismus in Schutz zu nehmen. Wenn der Autor so verschiedene Ereignisse wie die israelische Staatsgründung und den algerischen Antikolonialismus als Belegfälle heranzieht, hat Gallus allerdings seine Zweifel, ob die Beispiele in der Kombination aussagekräftig sind. Bei der Fachkenntnis über die einzelnen Region sowie bei der Begriffsbildung und der Analyse lässt der Autor laut Gallus Wünsche offen. Den Ton der Vermutung, den Walzer in seinem Essay mitunter anschlägt, und seine Forderung nach schrittweisen Veränderungen, Kompromissen und Mittelwegen bei den Aufklärungsverfechtern findet er dementsprechend angemessen.
Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Lukas Rietzschel: Sanditz Ein imposantes Bild der deutschen Gesellschaft - von der DDR bis in die GegenwartSanditz, eine Kleinstadt am Rande der Republik. Hier leben alte Offiziere, Bürgerrechtler,… Elizabeth Strout: Erzähl mir alles Aus dem Englischen von Sabine Roth. Elizabeth Strout kehrt zurück in die Küstenstadt Crosby in Maine - zu ihren Heldinnen Lucy Barton und Olive Kitteridge. Es ist Herbst…