Mark Lilla

Der totgeglaubte Gott

Politik im Machtfeld der Religionen
Cover: Der totgeglaubte Gott
Kösel Verlag, München 2013
ISBN 9783466370726
Gebunden, 304 Seiten, 21,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Elisabeth Liebl. Mark Lilla zeichnet in seinem international viel beachteten Buch den langen und opferreichen Weg zum säkularen, aufgeklärten Staat nach und plädiert für die konsequente Verbannung des Religiösen aus der politischen Sphäre. "Der totgeglaubte Gott" ist ein Buch über die Verwundbarkeit der Welt, jener Welt, die aus der intellektuellen Rebellion gegen die politische Theologie des Westens geboren wurde. Das Thema mag ein wenig ungewohnt wirken, angesichts der Tatsache, dass die westlichen Nationen augenblicklich in Frieden leben und dass die Normen der liberalen Demokratie, gerade was die Religion angeht, allgemein akzeptiert werden. Heute ist es kaum noch vorstellbar, dass aus unserer Mitte je wieder Theokratien entstehen oder bewaffnete Banden religiöser Fanatiker einen Bürgerkrieg anzetteln könnten. Und doch ist diese Welt verwundbar - einerseits, weil das politische System seine Versprechen nicht mehr einlöst, andererseits, weil unser politisches Denken gar keine Anstrengungen mehr unternimmt, überhaupt noch Versprechen zu formulieren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.06.2013

Rezensent Stephan Sattler freut sich, dass dank des Kösel-Verlags die Werke des "versierten Ideengeschichtlers" Mark Lilla nun auch dem deutschen Publikum zugänglich gemacht wurden. Der Kritiker schätzt den ehemaligen Journalisten und heute an der Columbia University in New York lehrenden "Professor of the Humanities" insbesondere als einen der wenigen amerikanischen Akademiker der jüngeren Generation, die sich in der deutschen Geistesgeschichte auskennen und deutsche Intellektuellendebatten verfolgen. Und so liest Sattler umso erwartungsvoller das nun unter dem Titel "Der totgeglaubte Gott" erschienene Werk, in dem Lilla zum einen eine "faszinierende" Studie über Deutungen der Religionen von Rousseau bis zur protestantischen Theologie der dreißiger Jahre vorlegt, zum anderen die "Große Trennung" von Christentum und säkularisierter Moderne untersucht. Während der Kritiker Lillas Abhandlung über Rousseau für ihre Zuspitzung und die scharfe Unterscheidung zwischen deutschen und angloamerikanischen Denkwegen lobt, stört ihn an der Erzählung von der "großen Trennung" unter anderem der allzu "einseitige Alarmismus" des Autors gegenüber religiösen, gewaltbereiten Fanatikern. Nichtsdestotrotz: Ein wunderbar streitbares Buch, lobt der Rezensent.