Als "Drehscheibe des islamischen Terrorismus" gilt Deutschland Kennern seit Beginn der 90er Jahre. Bereits 1996 warnte der damalige Verfassungsschutzpräsident vor dieser "Gefahr Nr. 1". Doch niemand wollte ihn hören. Erst nach den Attentaten in Amerika wachte man auch hierzulande auf. Doch inzwischen leben Hunderttausende Anhänger eines Gottesstaates auch in Deutschland - jeder dritte türkische Jugendliche ist für die Einführung der Scharia, dieses blutige "Gottesgesetz". Wie konnte es soweit kommen? Warum hat niemand diesen Kreuzzug im Namen Allahs ernst genommen, solange "nur" Frauen die Opfer waren? Und was haben "Schläfer" in Hamburg mit dem Kosovo zu tun? In diesem Buch geht es um die falsche deutsche Toleranz und ihre fatalen Folgen und um die Talibanisierung ganzer Kontinente.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.07.2002
Vieles an dem Sammelband ist der Rezensentin Franziska Sperr sichtlich auf die Nerven gegangen. So schon die "dramatische Rhetorik" im Vorwort der Herausgeberin, dann aber im weiteren die erhebliche Pauschalität, mit der gegen die aufgeklärte westliche Toleranz zu Felde gezogen wird. Das Ausmaß der Gefahr, die fundamentalistische Gotteskrieger darstellen, wird von der westlichen Gesellschaft, so die Grundthese des Buches, auf fatale Weise verkannt. Natürlich, so die Rezensentin, liegt hier ein Problem, das zeige sich auch in einzelnen Beiträgen, wie etwa der Reportage Cornelia Filters von einer Reise zu den Islamischen Zentren in Deutschland. Gut findet sie auch die Texte zur Frauenproblematik - mit dem kleinen Haken, dass sie zum größten Teil Nachdrucke aus "Emma" sind und dort vor mehr als einem Jahrzehnt erschienen. So fällt Sperrs Urteil durchwachsen aus, sie kann sich aber dazu durchringen, das Buch alles in allem dann doch "lesenswert" zu finden.
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