Der in diesem Buch erstmals veröffentlichte Briefwechsel zwischen Martin Heidegger und seinen Eltern sowie die Briefe von Martin Heidegger an seine Schwester Marie und seinen Schwager Rudolf Oschwald erscheinen als zweiter Band der Martin Heidegger Briefausgabe. Die beiden Korrespondenzen erhellen die familiären Verhältnisse des berühmten Philosophen und zeigen, wie schlicht und einfach das Leben in seiner Meßkircher Heimat war. Die für die Forschung ergebnisreichsten Briefe befassen sich mit Heideggers Verlobung mit Elfriede Petri. Da sie Protestantin war, bereitete diese Liebesbeziehung seinen streng katholischen Eltern - sein Vater war Mesner der Sankt Martins Kirche von Meßkirch - große Sorgen. Ihre Zustimmung zur Heirat gaben sie erst nach einer Intervention von Heideggers Freund, dem Theologen und Priester Engelbert Krebs. In den Briefen an seine Schwester stehen vor allem die familiären Verhältnisse im Vordergrund.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.07.2014
Auch (oder gerade, weil) von der Härte und Entschlossenheit und den politischen Überzeugungen Heideggers in diesem von Jörg Heidegger und Alfred Denker herausgegebenen Briefband nichts zu spüren ist, findet Ludger Lütkehaus die Lektüre interessant. Aus der Korrespondenz Heideggers mit seinen Eltern tritt dem Rezensenten ein engagierter "Familien- und Konfessionspsychologe" entgegen, der zwischen dem strikten Katholizismus der Eltern und seiner protestantischen Ausrichtung zu vermitteln weiß und ganz dem Familienleben zugewandt scheint. Heideggers Briefe an die Eltern und die Schwester sind daher dazu angetan, den Rezensenten zu überraschen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.11.2013
Ob der so sehr aufs Denken und die Seinsfrage konzentrierte Heidegger mit den autobiografischen Einsichten, wie ihn dieser von Alfred Denker und Holger Zaborowski herausgegebene Band mit Heideggers Briefen an seine Familie zwischen 1907 und 1955 offenbart, glücklich gewesen wäre, wagt Stephan Sattler zu bezweifeln. Den Rezensenten indes beglücken der "zärtliche Ton" der Briefe und der Charme des Autors umso mehr, je genauer er sich Heideggers biografischen Hintergrund, seinen Aufstieg zum allseits bewunderten Ausnahmephilosophen, vergegenwärtigt. Wie sehr der dem Katholizismus seines Elternhauses entflohene Philosoph emotional an seine Wurzeln gebunden bleibt, erkennt Sattler hier. Die "solide" Edition sieht er als gelungenen Versuch, die Objektivierung des Heidegger-Bildes weiter voranzutreiben.
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