Die Stadt, die Menschen, die Politik, die Geschäfte Hannover ist eine unterschätzte Stadt, häufig geschmäht als Inbegriff deutscher Mittelmäßigkeit. Dabei ist Hannover nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem der gewichtigen Machtzentren in der Bundesrepublik geworden. Viele maßgebliche Politiker haben ihre Karriere dort begonnen. "Der nächste Kanzler muss ein Niedersachse sein" - diese berühmte Annonce eines bekannten Hannoverschen Unternehmers gilt auch heute noch: Ursula von der Leyen, die neue "Kriegsministerin" und Tochter des ehemaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Ernst Albrecht, macht sich ebenso Hoffnungen auf die Nachfolge von Kanzlerin Merkel wie SPD-Chef Sigmar Gabriel, der auch einmal Regierungschef in der Landeshauptstadt war. Lutz Hachmeister erzählt die politische Sittengeschichte dieser geheimen deutschen Machtzentrale - über Maschmeyer, Schröder & Co. und den Fall Wulff hinaus, mit schillerndem Personal wie den Hell's Angels, Margot Käßmann, Unternehmern wie Martin Kind und Dirk Roßmann und natürlich mit dem 'Hannover'-Sound der Scorpions.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.05.2016
Rezensentin Bettina Raddatz weiß mitunter nicht, wie der Hase läuft im Buch des Medienwissenschaftlers Lutz Hachmeister. Ist Sigmar Gabriel, als einer aus der Hannoveraner politischen Kaderschmiede, die der Autor beschreibt, nun unberechenbar oder mag er's unter Merkel bequem? Trotz gründlicher Recherchen und historischer Analysen zum Machtzentrum Hannover unterlaufen dem Autor Widersprüche, meint Raddatz, die sich auch fragt, wieso der Autor vor allem politische Freunde und Kulturmenschen aus dem linken Spektrum zu Wort kommen lässt. Ausgewogenheit geht anders, meint sie. Die kulturelle, medienpolitische und städtebauliche Geschichte der Stadt, "Spiegel"-Gründung inklusive, vermag ihr Hachmeister dennoch zufriedenstellend zu vermitteln und Hannovers Aufstieg zum Machtzenztrum entlang der Ministerpräsidenten-Bios zu erläutern. Dass laut Raddatz ausdrücklich keine Schlüpfigkeiten dabei abfallen, sondern im wesentlichen unterhaltsame Fakten im historischen Kontext, rechnet die Rezensentin dem Autor hoch an.
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