Christian Wulff

Ganz oben Ganz unten

Cover: Ganz oben Ganz unten
C. H. Beck Verlag, München 2014
ISBN 9783406672002
Gebunden, 259 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Am 17. Februar 2012 trat Christian Wulff nach 598 Tagen von seinem Amt als Bundespräsident zurück. Obwohl sich vor Gericht auch der letzte gegen ihn erhobene Vorwurf als haltlos erwies, reichte die öffentliche Demütigung noch über den Tag des Freispruchs hinaus. Niemals zuvor haben die Medien unseres Landes einen Politiker in solcher Weise verfolgt. Auch das Verhalten der Staatsanwaltschaften in Celle und Hannover wirft Fragen auf. Ging alles mit rechten Dingen zu? Nachdem sich bisher Andere mit der Causa Wulff auseinandergesetzt haben, schildert nun Christian Wulff aus seiner Sicht, wie die Affäre inszeniert wurde, was sich hinter den Kulissen abspielte und wie es sich anfühlt, derlei massiven Angriffen ausgesetzt zu sein. Auch seine eigenen Fehler benennt er.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.06.2014

Jürgen Kaube begrüßt den Autor als freien Mann. So weit, so gut. Was Christian Wulff über seinen Fall aufschreibt, findet allerdings nicht Kaubes uneingeschränkte Zustimmung. Die Frage, weshalb ein Politiker stürzt, bekommt der Rezensent nämlich im Buch ganz gut beantwortet. Und zwar unfreiwillig, indem Wulff, der ja nicht verurteilt wurde, wie Kaube anmerkt, eine Trauerspielwelt der Kabale entwirft, um seinen Fall zu illustrieren. Die Presse, die Staatsanwaltschaft, die falschen Freunde, sie alle kommen darin vor und haben nur eins im Sinn: Wulff abzuservieren. Doch so war es nicht, meint Kaube. Keine Absprachen, sondern Wulffs Unfähigkeit, von sich zu abstrahieren und sich von außen zu betrachten, haben ihn unmöglich gemacht, findet der Rezensent. Die Bestätigung seiner These erkennt Kaube in diesem Buch, in dem die gesammelten Fehler des Christian Wulff als Grund für den Sturz, so Kaube, leider nicht vorkommen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.06.2014

Dass Christian Wulff in "Ganz oben Ganz unten" seinen beschädigten Ruf retten und sich in ein gutes Licht stellen möchte, kann Peer Steinbrück durchaus nachvollziehen - dass Wulff dafür eigene Fehler herunterspielt und sein "Selbstbild sehr pastellfarben" gestaltet, findet Steinbrück verzeihlich. Als Steuerzahler und Staatsbürger packt ihn jedoch der heilige Zorn angesichts der in der Causa Wulff zutage tretenden "konspirativen Willfährigkeit" von Justiz und Medien. Erst stachelt die Bildzeitung die Staatsanwaltschaft zu haltlosen Ermittlungen an, dann revanchiert sich diese mit denunzierenden Details, erfährt Steinbrück von Wulff und wähnt sich in einem "Politthriller" mit bisweilen grotesken Zügen. Die Debatte, die der Bundespräsident a.D. mit seinem Buch über die Rolle der Medien in der Demokratie und die Folgen für den politischen Nachwuchs angestoßen hat, findet Steinbrück wichtig und überfällig.