Ludwig Greve

Autobiografische Schriften und Briefe

Cover: Autobiografische Schriften und Briefe
Wallstein Verlag, Göttingen 2013
ISBN 9783835312166
Gebunden, 1120 Seiten, 49,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Friedrich Pfäfflin und Eva Dambacher. Mit einem Essay von Ingo Schulze. "Was denn? Eine so tief persönliche Sache wie das, was Sie erleben mußten?! Wartet denn die Welt nicht auf ein Prosawerk, in dem einer das, was schon viele gesagt haben, noch einmal sagt: zum ersten Mal?!", so Werner Kraft aus Jerusalem, einer von vielen, mit denen Ludwig Greve regelmäßig Briefe wechselte. Der Schriftsteller korrespondierte u. a. mit Ludwig von Ficker, Wilhelm Lehmann, Hannah Arendt oder Helmut Heißenbüttel: Sie alle ließen es nicht an Aufforderungen und Ermutigungen fehlen, seine Lebensgeschichte zu erzählen, "zum ersten Mal"! Die vorliegende Edition versammelt die verstreut erschienenen Teile dieser Geschichte: Sie dokumentiert die in den frühen Fünfzigerjahren aufgezeichneten Fluchtberichte aus Deutschland und zeigt die Gründe für Greves Rückkehr nach Deutschland und sein "Festhalten an der Sprache als der eigentlichen Identität" in über 400 Briefen aus den Jahren 1944 bis 1991.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.08.2013

Alexander Košenina erntet reiche Lesefrüchte mit den dreibändigen von Friedrich Pfäfflin und Eva Dambacher herausgegebenen autobiografischen Schriften und Briefen von Ludwig Greve, ehemals Leiter des Marbacher Literaturarchivs. Košenina liest, wie Greve nur knapp den Nazischergen entkommt, wie er Vater und Schwester verliert und mit der Mutter nach Palästina emigiert, alles vom Autor prägnant, nüchtern und geistig scharf gefasst, wie der Rezensent versichert, der das Vorbild Karl Kraus deutlich heraushört. Einen Schlüssel zu dem so tönenden Erzählen über das Unfassbare findet Košenina in Ingo Schulzes Einleitungsessay, der Imre Kertész' "atonales Erzählen" dafür ins Spiel bringt, als ein Sprechen jenseits von Konvention und Tradition.