Anlässlich einer Gedenkfeier lernten sich 1952 Martin Heidegger und Ludwig von Ficker, Publizist, väterlicher Freund, entscheidender Förderer des jungen Dichters Georg Trakl und Herausgeber der Zeitschrift "Der Brenner", auf der Bühlerhöhe bei Baden-Baden kennen. Die Begegnung hinterließ bei beiden einen tiefen Eindruck und mündete in einen Briefwechsel, der bis 1967, dem Todesjahr Ludwig von Fickers, geführt wurde und hier zum erstenmal kommentiert veröffentlicht wird.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.06.2004
Jürgen Busche befindet vorsichtig, dass der Band mit Briefen Martin Heideggers und Ludwig von Fickers ein "Dokument eigener Art" sei. Die beiden Männer, die sich 1952 bei einer Trakl-Veranstaltung trafen, "zelebrieren" in den Briefen mit enormer "Emsigkeit" ihre gegenseitige "Hochachtung", die sich nach und nach in Freundschaft wandelt, erklärt der Rezensent. Ein bisschen amüsiert Busche sich über die Geschenke und Komplimente, die sie sich zukommen lassen und die ihn an "Schulbuben, die tauschen" erinnert. Insgesamt aber lobt der Rezensent den Korrespondenzband als "gut dokumentiert und kommentiert", auch wenn er sich nicht recht sicher ist, was in Zukunft davon Bestand haben wird. Er macht allerdings auch keinen Hehl daraus, dass er solcherart Quellentexte lieber von "Platon oder dem Heiligen Thomas" in Händen halten würde.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.04.2004
Die Edition dieses Briefwechsels hält Jürgen Kaube für überflüssig. Sie lasse sich lediglich mit historistischen Vollständigkeitsansprüchen oder mit Neugier rechtfertigen, resümiert er nach seiner Klage darüber, wie uninteressant es ist, was Martin Heidegger und Ludwig von Ficker sich mitzuteilen hatten. Von Ficker umschreibe andauernd "in wolkigen Wendungen" seine Verehrung Heideggers, und Heidegger betreibe den Briefwechsel zeremoniell, dankend, Sprüche austeilend und Wohlergehen wünschend; wobei sich beide fortwährend des tiefen Eindrucks versichern, den sie gegenseitig voneinander hätten - so erschöpfen sich die Briefe restlos in "manierlichen Formen", stöhnt unser enttäuschter Rezensent, der sich eigentlich versprochen hatte, vielleicht etwas Neues über Trakl oder Wittgenstein zu erfahren, mit denen Ludwig von Ficker immerhin befreundet gewesen oder zumindest bekannt war. Aber diese Edition biete nichts dergleichen, beanstandet Kaube; sie folge nur den "Gesichtspunkten der Prominenz, also der Neugier".
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