Katja Gloger

Fremde Freunde

Deutsche und Russen - Die Geschichte einer schicksalhaften Beziehung
Cover: Fremde Freunde
Berlin Verlag, Berlin 2017
ISBN 9783827013538
Gebunden, 560 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Eine junge Deutsche namens Sophie, die, als 17-Jährige nach Moskau geschickt, zur Zaren- und Gattenmörderin wird und als Katharina II. Weltgeschichte schreibt; ein Koffer voller Bilder, die gestohlen werden, was sich als ihre Rettung erweist; eine mondäne Schauspielerin, von den Boulevardblättern gefeiert, die aus Liebe nach Russland emigriert, um dort dem grausamen Lagersystem zum Opfer zu fallen; ein Berufsrevolutionär, der aus einer Moabiter Gefängniszelle heraus Kontakte in höchste Kreise pflegt; eine belagerte, verhungernde Stadt, in der bei eisiger Kälte ein Orchester Beethovens Neunte spielt und damit Hitler widersteht - Katja Gloger erzählt von der eng verwobenen Geschichte der Deutschen und der Russen, die tragisch ist und auch schön. Beide Länder waren einander Verheißung - und zu oft führten solche Utopien ins Verderben. Die Autorin wirbt für einen vorurteilslosen Blick auf Russland und erinnert an die besondere Verantwortung, die die Deutschen Russland gegenüber tragen. In jedem Kapitel wird deutlich, wie die deutsch-russische Geschichte die Gegenwart prägt. Darüber hinaus hat Katja Gloger persönliche Gespräche mit Staatsmännern, Historikern und mit Menschen geführt, die Krieg und Verfolgung erlebten - und heute für Versöhnung kämpfen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.11.2017

Renate Nimtz-Köster lernt bei Katja Gloger, Russland mit Bewunderung und Kritik zugleich zu betrachten. Über die deutsch-russischen Beziehungen gestern und heute informiert sie die Autorin kenntnisreich, gut lesbar und immer wieder packend, wenn sie die Geschichte aufblättert, Gemeinsamkeiten und Unterschiede festhält. Scharfsinnig erläutert ihr die Autorin das "Russlandfieber" der Deutschen und die Fehler der Ostpolitik und ebenso die Verirrungen des russischen Sonderwegs. Lohnende Lektüre, findet die Rezensentin, auch wenn das Lektorat zu wünschen übrig lasse.
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