Aus dem Englischen von Henning Ahrens. Die letzten Kriegstage des Jahres 1945: Tausende Menschen flüchten aus Angst vor der Roten Armee nach Westen. Darunter Florian, ein deutscher Deserteur, Emilia, eine junge Polin, und Joana, eine litauische Krankenschwester. Eine Notgemeinschaft, in der jeder ein Geheimnis hat, das er nicht preisgeben will. Denn der Krieg hat sie Misstrauen gelehrt.
Im eiskalten Winter wählt der kleine Flüchtlingstrek den lebensgefährlichen Weg über das zugefrorene Haff. In Gotenhafen, so heißt es, warte die Wilhelm Gustloff, um sie nach Westen zu bringen. Doch auch dort sind sie noch lange nicht in Sicherheit.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.03.2017
Verena Hoenig findet, dass Ruta Sepetys' Roman die historischen Ereignisse, die die amerikanische Autorin "umfangreich" recherchiert hat, transzendiert. Indem die Autorin vier unterschiedliche Schicksale schildert, die auf der Wilhelm Gustloff zusammentreffen, und das Geschehen aus ebensovielen Perspektiven abbildet, bietet sie laut Rezensentin ein mitreißendes wie erschütterndes Lektüreerlebnis, das die Leserin nicht loslässt, gleich ob jung oder alt.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.11.2016
Für die Figuren in Ruta Sepetys' drittem Roman sind Schrecken und Wirrnis des Weltkrieges zur Normalität geworden, erklärt Rezensentin Andrea Lüthi. Nur konsequent sei daher der distanzierte, lakonische Ton, in dem Sepetys vom Untergang der Wilhelm Gustloff und den damit verbundenen Schicksalen ihrer Protagonisten, sechs Flüchtlinge auf dem Weg nach Westen, erzählt. Die neutrale Sicht schütze die Figuren vor dem inneren Zerfall. Dabei lässt einen die kühle Erzählweise durchaus nicht kalt, betont die aufgewühlte Rezensentin, ganz im Gegenteil, lässt sie den Leser erschüttert und berührt, voller Mitgefühl und Verständnis für diese authentischen, feinen Figuren zurück.
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