Jürgen Habermas entwickelt in einer Rede, die er aus Anlass einer Diskussion mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier hielt, politische Alternativen für den Kontinent. Er plädiert für eine Politik der abgestuften Integration und für eine "bipolare Gemeinsamkeit" des "alten Europa" mit den USA. Neben Habermas' jüngsten europapolitischen Interventionen versammelt dieser Band der Kleinen Politischen Schriften philosophische Portraits langjähriger Weggefährten wie Jacques Derrida und Richard Rorty sowie zwei Texte zum Fortschreiten des Strukturwandels der Öffentlichkeit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 29.04.2008
Rezensent Uwe Justus Wenzel hat diesen Band mit Aufsätzen von Jürgen Habermas über Europa und die politische Öffentlichkeit positiv aufgenommen, auch wenn ihn das Werk wie eine "Buchbindersynthese" vorkommt. Eingehend widmet er sich Habermas' Überlegungen zu Europa und besonders seinem Wunsch nach einem politisch stärker integriertem Europa, das als international ernstzunehmender Akteur auch ein Korrektiv der USA sein könnte. Die kritische Auseinandersetzung des Philosophen mit den verschiedensten Einwänden gegen ein politisch und sozial enger zusammengewachsenes Europa scheint Wenzel sehr klug und historisch gewichtig. Überzeugend findet er außerdem die Beiträge über das Schicksal der politischen Öffentlichkeit in der Mediengesellschaft, in denen der Autor die "seriöse Presse als Rückgrat der politischen Öffentlichkeit" (Habermas) verteidige.
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