Es gilt einen großen Außenseiter neu zu entdecken: den Maler, Erzähler, Dramatiker und Filmemacher Peter Weiss (1916-1982). Jens-Fietje Dwars erzählt das Leben dieses einzigartigen Künstlers als einen Gang durch das Inferno seiner Zeit: Höllenbilder malt der junge jüdische Emigrant, "teuflisch" kalte Beziehungslosigkeit zeigt der Experimentalfilmer, Szenarien abgründiger Gewalt der Dramatiker, während der Romancier nach Dante eine zweite "Göttliche Komödie" schreiben wollte. Diese Biografie erinnert an den Anspruch der Avantgarde im 20. Jahrhundert.
Eine einzige Enttäuschung stellt für Jörg Magenau die Peter Weiss-Biografie von Jens-Fietje Dwars dar, die er zusammen mit zwei Werken von Peter Weiss bespricht. Weder neue Quellen noch neue Erkenntnisse habe der Autor in seiner Lebensbeschreibung zu bieten, beklagt sich der Rezensent. Magenau fällt auf, dass sich Dwars auf den frühen Weiss mit seiner Neigung zur Psychoanalyse und zum Surrealismus konzentriert, für dessen marxistische Überzeugungen hingegen nicht das rechte Interesse aufbringt, was seiner Ansicht nach dem Schriftsteller nicht gerecht wird. Zudem stützt sich die Biografie vor allem auf die Selbstaussagen Weiss' in seinen autobiografischen Büchern "Abschied von den Eltern" und "Fluchtpunkt". Und auch wenn der Autor immer wieder betont, dass dieser Selbstauskunft nicht unkritisch gefolgt werden kann, bietet er dennoch keine Alternativen an, so Magenau mit Unverständnis. Dazu vermisst der Rezensent eine Auseinandersetzung mit dem intellektuellen Umfeld des Schriftstellers, er hat wenig zu Weiss' Verhältnis zum Suhrkamp Verlag und lediglich Klischees zu seinen Beziehungen zur Gruppe 47 gefunden.
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