Werner Schmidt

Peter Weiss

Biografie
Cover: Peter Weiss
Suhrkamp Verlag, Berlin 2016
ISBN 9783518425701
Gebunden, 461 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

1916 im heutigen Babelsberg geboren, 1937 mehrere Monate als "Schüler" Hermann Hesses in Montagnola arbeitend, schließlich vor den Nationalsozialisten nach Schweden fliehend (Auschwitz bezeichnete er als "meine Ortschaft"), als Filmemacher scheiternd, zunächst das Schwedische als Literatursprache benutzend, dann ins Deutsche wechselnd, als Prosaautor (Der Schatten des Körpers des Kutschers) Vorbild vieler Autoren, als Dramatiker Erfinder des "dokumentarischen Theater" (Die Ermittlung), sich durch die Kritik am Kapitalismus der BRD wie dem Sozialismus der DDR aufreibend, von der "Zweifel-Krankheit" befallen, trotzdem die monumentale Ästhetik des Widerstands in Romanform ausbreitend: "Was bleibt, ist der Autor eines Jahrhundertwerks, einer andern Suche nach der verlorenen Zeit."

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.11.2016

Rezensent Rainer Gerlach erhofft sich Impulse für eine Weiss-Renaissance von dieser Biografie. Seine Hoffnungen werden allerdings dadurch gedämpft, dass Werner Schmidt eine politische Biografie vorlegt, die weder den Maler noch den Filmemacher Weiss eingehend behandelt oder Weiss' private Seite. Auch der zeitgeschichtliche Rahmen, in dem der Künstler sich bewegte, bleibt laut Rezensent "blutleer". Im wesentlichen erst mit dem Jahr 1965 einsetzend, als Weiss politisch aktiv wird, kann der Autor den Rezensenten jedoch mit zweierlei überzeugen: mit seinen Kenntnissen der schwedischen Innen- und Kulturpolitik, die Weiss im schwedischen Exil umtrieb. Und mit der detaillierten und systematischen Darstellung des politischen Peter Weiss im europäischen Kontext, namentlich durch die Briefe, Debattenbeiträge und Artikel von Weiss. Der Zusammenhang zwischen der Entwicklung des Künstlers Weiss und seinem politischen Engagement wird dem Rezensenten hier sehr deutlich.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.11.2016

In einem Artikel zum 100. von Peter Weiss streift Michael Braun auch kurz die Biografie von Werner Schmidt, der er nichts abgewinnen zu können scheint. Es geht fast nur um die politischen Passionen, kritisiert Braun. Die andere Seite von Weiss, die die Surrealismus liebt und eine "Ästhetik des Unheimlichen", findet er hier nicht. Statt dessen fühlt er sich teilweise wie in einem Proseminar für politische Haarspaltereien der Linken in den Siebzigern.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.11.2016

Rezensent Helmut Böttiger liest für eine Sammelbesprechung Bücher von und über Peter Weiss. An der Biografie von Werner Schmidt hat er einiges zu kritisieren - vor allem, dass sie ästhetische Fragen gar nicht erst stellt, sondern sich hauptsächlich aufs Gesellschaftspolitische konzentriert. Doch zieht unser Kritiker dies der sich aufs Private konzentrierenden Biografie von Birgit Lahann eindeutig vor. Bei Schmidt gibts wenig Privates, dafür "instruktive Essays" zur politischen Entwicklung von Weiss und zu werkgeschichtlichen Abschnitte, so der Rezensent.

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