"Noten an den Rand des Lebens" ist der Versuch, Literatur als Medium der Existenzerkundung zu nutzen. Die Analysen der Werke von Max Frisch oder Alexander Kluge, die luziden Portraits von Siegfried Kracauer, Claude Simon, Roland Barthes, Hans Magnus Enzensberger oder Peter Weiss, die großen freundschaftlichen Gespräche mit Jürgen Becker, Wolfgang Koeppen oder Michael Ende, die Rekonstruktionen der Träume vom Aufbruch, wie sie Ryszard Kapuscinski, Bruce Chatwin oder Alfred Andersch in ihre Bücher hineingeschrieben haben, sowie als Betriebsprüfungen deklarierte Lektüren von Martin Walser, Botho Strauss, Marguerite Duras, Albert Camus, Dieter Wellershoff, Uwe Johnson oder John Berger.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2012
Lust am Text, wollüstig lesen - das will Jochen Schimmang und ist dem Verlag deshalb sehr dankbar für dieses vom Rand des Literaturbetriebs her geschriebene Buch. Darin: 40 Jahre Beschäftigung mit Literatur und den mit ihr verbundenen Wahrnehmungsweisen. Wie Christian Linder mit Roland Barthes die versehrten Körperverhältnisse von Autoren wie Max Frisch oder Peter Handke erkundet, deren Verfahrensweisen, die Rückseite ihrer Texte, quasi versucht zu verstehen, scheint Schimmang immens erkenntnishaltig zu sein. Nicht als Abrechungen liest er das (nicht alles jedenfalls), sondern als Horchen auf die Stimme des Autors. Mit Literaturkritik im üblichen Sinn hat das nichts zu tun, das weiß Schimmang, doch eben dies macht die hier versammelten Texte für ihn so aufschlussreich.
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