Holger Afflerbach

Auf Messers Schneide

Wie das Deutsche Reich den Ersten Weltkrieg verlor
Cover: Auf Messers Schneide
C.H. Beck Verlag, München 2018
ISBN 9783406719691
Gebunden, 664 Seiten, 29,95 EUR

Klappentext

Mit 40 Abbildungen und 11 Karten. Stand der Ausgang des Ersten Weltkriegs auf Messers Schneide? 100 Jahre nach der deutschen Niederlage zeichnet Holger Afflerbach die militärischen Entwicklungen nach, analysiert die politisch-strategischen Entscheidungen und zeigt, dass der Krieg auch anders hätte ausgehen können. Ein deutscher Sieg war schon nach dem Scheitern der Westoffensive im Herbst 1914 in weite Ferne gerückt. Doch gibt es nicht nur Sieg oder Niederlage. In seinem dicht argumentierenden, auf zahlreichen neuen Archivrecherchen basierenden Buch zeigt Holger Afflerbach, dass ein Unentschieden das logische Ergebnis des Ersten Weltkriegs gewesen wäre - wenn die deutsche Führung nicht schwere Fehler begangen hätte. Doch auch die Politik der Alliierten muss sehr viel kritischer gesehen werden, als es heute geschieht. Die deutsche Politik war nicht so eindeutig auf umfassende Eroberungen festgelegt, wie es dem allgemeinen Urteil entspricht, und die deutschen Friedensvorstöße hätten die Möglichkeit geboten, den Krieg zu beenden, bevor er Europa in den Abgrund riss. Doch die Alliierten gingen nicht auf sie ein, weil sie auf den Sieg gegen Deutschland fixiert waren und an ihren eigenen imperialistischen Plänen festhielten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.03.2018

Rezensent Joachim Käppner will die Thesen des in Leeds lehrenden Historikers Holger Afflerbach zum Ersten Weltkrieg nicht komplett verdammen. Es ist ja richtig, dass Großbritannien die eigenen Fehler viel zu gering einschätzt und die Schuld des Deutschen Reichs zu hoch. Ein differenzierter Blick kann also nie schaden. Aber dieses Buch, geht dem Rezensenten dann doch zu weit. Wenn Afflerbach der "verbissenen und ungeheuer schädlichen alliierten Siegfriedensstrategie" die Schuld am verpassten Friedensschluss zuweist, klingt das für Käppner wie aus dem Jahr 1928. Auch die Behauptung, dass das deutsche Herr und das deutsche Volk den Sieg im Westen als schnellsten Sieg zum Frieden wollten, kann der Rezensent nicht ernst nehmen. Was ist mit der ungeheuren Hybris, mit der die Eliten des Kaiserreichs agierten? Die spielen bei Afflerbach keine Rolle. Und dass er am Ende meint, es sei zweitrangig, ob man den Aufstand der Kieler Matrosen 1918 als "Massenkampfverweigerung, Meuterei, Militärstreik oder Revolution" bezeichne, entlockt dem Rezensenten nur noch Kopfschütteln.
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