Der Schlieffenplan

Analysen und Dokumente. Zeitalter der Weltkriege, Band 2
Cover: Der Schlieffenplan
Ferdinand Schöningh Verlag, Paderborn 2006
ISBN 9783506756299
Gebunden, 496 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Michael Epkenhans, Hans Ehlert und Gerhard P. Groß. Mit Übersichtskarten im Text. Der "Schlieffenplan" galt jahrzehntelang als Grundlage der deutschen Aufmarschplanungen im Vorfeld des Ersten Weltkrieges. Seit einigen Jahren wird diese Auffassung kontrovers diskutiert, bis hin zur provozierenden Frage, ob es überhaupt einen "Schlieffenplan" gegeben hat? Vor diesem Hintergrund beleuchten Historiker aus dem In- und Ausland die operativen und strategischen Planungen des Kaiserreichs und seiner späteren Gegner im Ersten Weltkrieg sowie das Verhältnis von Militär und Politik. Erstmals werden in diesem Band zudem die deutschen Aufmarschpläne von 1893/94 bis 1914/15 veröffentlicht, in deren Zentrum Schlieffens berühmte Denkschrift von 1905 steht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.04.2007

Lobend äußert sich Rezensent Gerd Krumeich über diesen Sammelband zum Schlieffenplan, der aus einer internationalen Tagung des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes Potsdam hervorgegangen ist. Die Beiträge von A. Mombauer, R. Foley, P. Groß widerlegen für ihn anhand von Quellen, die erst nach der Wiedervereinigung aufgetaucht sind, die Ende der neunziger Jahre von Terence Zuber geäußerte Behauptung, einen Schlieffen-Plan habe es nie gegeben. Zudem findet er in dem Band "neue Erkenntnisse" über die Kriegspläne der anderen Nationen, etwa in S. Schmidts Beitrag über Frankreichs strategische Planung vor 1914. Gelungen scheint ihm auch K. Hildebrands Reflexionen über das System der europäischen Staatenwelt vor 1914. Sein Fazit: ein "auf Dauer nützlicher Band".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.10.2006

Als "ungemein spannende Lektüre" lobt Eberhard Kolb diesen Band mit zwölf Beiträgen über den "Schlieffenplan", der unter Historikern lange Zeit als Grundlage der deutschen Aufmarschplanungen im Vorfeld des Ersten Weltkrieges anerkannt war. Im Mittelpunkt des Bandes sieht Kolb die Debatte um Terence Zubers Behauptung, den "Schlieffenplan" habe es nie gegeben, er sei vielmehr eine Erfindung von seinen Nachfolgern, die vom eigenen operativen Versagen ablenken wollten. Mit großen Interesse verfolgt er die Diskussion dieser These. Dabei hebt er die Beiträge von Annika Mombauer, Robert T. Foley und Gerhard P. Groß hervor, die Zuber scharf kritisieren. Aber auch über die anderen Beiträge des Bandes äußert er sich lobend. Besonders Klaus Hildebrands Einleitungsessay über die Akteure und das System der europäischen Staatenwelt vor 1914 hat ihn beeindruckt. Die im Editionsteil des Bandes abgedruckte Zusammenstellung der Aufmarschpläne von 1893 bis 1915 scheint ihm dann allerdings eher für die Spezialisten gedacht.
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