David Stevenson

1914-1918. Der Erste Weltkrieg

Cover: 1914-1918. Der Erste Weltkrieg
Artemis und Winkler Verlag, Düsseldorf 2006
ISBN 9783538072145
Gebunden, 799 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Harald Ehrhardt und Ursula Vones-Liebenstein. Nach über zwanzig Jahren intensiver Forschung legt David Stevenson das umfassende Gesamtwerk über den Ersten Weltkrieg vor. Er zeichnet das Bild jenes globalen Krieges, der die damalige Welt in ihren Grundfesten erschütterte. Stevenson schildert das Kampfgeschehen auf sämtlichen Kriegsschauplätzen und verknüpft es mit den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fakten. Zugleich erhellt er die oft undurchschaubaren Vorgänge der Politik und Geheimdiplomatie. Die Lage der leidenden Zivilbevölkerung, besonders der Frauen, wird eingehend gewürdigt.
Der Blick des Autors richtet sich aber auch auf die Folgen des Krieges, denen das ausführliche Schlusskapitel "Auswirkungen" gewidmet ist. Eingehend thematisiert Stevenson die bis heute reichenden Nachwirkungen - die aus den leidvollen Erfahrungen des Ersten Weltkriegs hervorgegangene Neue Weltordnung, die Ansätze zu Freiheit und Demokratie, aber auch den Vormarsch des Nationalsozialismus und anderer Diktaturen. In seinem Werk macht Stevenson die Folgen des Ersten Weltkriegs, die unsere Geschichte und unser Leben bis heute prägen, auf eindringliche Weise deutlich.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 17.08.2006

Volker Ullrich ist von David Stevensons großer Geschichte des Ersten Weltkriegs völlig begeistert. In dieser "umfangreichen" und "grandiosen" Geschichtserzählung von fast 800 Seiten hat sich der britische Historiker nach eigenen Worten vorgenommen, "den Krieg als Ganzes darzustellen". Ein "gewaltiges Programm", meint Ullrich, das Stevenson glücklicherweise bis zum Ende durchhalten kann. Stevenson wolle die bisher jeweils national geprägten Blickwinkel sprengen. Unter anderem zeige er, dass beide Bündnisblöcke an der Entfesselung des Krieges schuldig sind. Zur Freude des Rezensenten stellt Stevenson auch die militärischen Kräfteverhältnisse zwischen den Alliierten und den Mittelmächten dar, wie überhaupt die Militärgeschichte ein Steckenpferd des Historikers zu sein scheint. "Ausführlich", konkret und "ungeschminkt" beschreibe er die großen Schlachten von beiden Perspektiven aus. Dass sich Stevenson nicht nur auf die Entstehung und den Verlauf des Großen Krieges beschränkt, sondern auch dessen Wirkmächtigkeit im 20. Jahrhundert beschreibt, bis hin zum Balkankonflikt und den Krisen im Nahen Osten, trägt zum makellosen Gesamteindruck der Darstellung bei.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.06.2006

Keinerlei theoretische Reflexion weit und breit. David Stevenson berichtet, wie es war, er erzählt den Ersten Weltkrieg als Geschichte, und Rezensent Michael Salewski findet es großartig. Das könne sich wohl nur ein britischer Historiker erlauben, meint er, und ist nach der Lektüre froh über die bei den Fakten bleibende und dabei überaus genaue Darstellung des Großen Krieges. Salewski hat einiges gelernt: Dass es zu Beginn des Krieges keineswegs ausgemacht war, wer ihn gewinnt, dass sich die militärische und politische Führung des Deutschen Reichs in besonderer Weise durch Unprofessionalität und Fehleinschätzungen hervorgetan hat und dass alle den Krieg wollten, nur eben die Deutschen vielleicht ein wenig mehr als die anderen. Einziger Wermutstropfen ist die deutsche Übersetzung, die dem Rezensenten aus dem gleichen Grund auffällt wie Ludendorff und Hindenburg in das Schussfeld des Autors gelangt sind - durch ihr Unvermögen.
Stichwörter