Hartmut Scheible

Kritische Ästhetik

Von Kant bis Adorno
Cover: Kritische Ästhetik
Königshausen und Neumann Verlag, Würzburg 2012
ISBN 9783826044854
Broschiert, 382 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Gegenüber Kants Aufsatz Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht, in dem die liberalistische Ideologie noch nicht in Frage gestellt wird, enthält die Kritik der Urteilskraft eine bedeutsame Modifikation. Hatte dort die Befangenheit der Menschen in bloßen 'Naturzwecken' die endlich doch erfolgende Verwirklichung von Vernunftzwecken nicht zu gefährden vermocht, so wird hier erkennbar, daß die den Menschen gegebene 'Tauglichkeit: sich selbst überhaupt Zwecke zu setzen' nicht die Möglichkeit einschließt, auf diese Tauglichkeit nach Belieben etwa auch zu verzichten. Sollten die Menschen sich beschränken auf das Streben nach Glückseligkeit (im Sinne des Guizot zugeschriebenen Aufrufs enrichissez-vous, der das Verhältnis des Kapitalismus zu Vernunftzwecken auf die kürzestmögliche Formel bringen wird) und in der Immanenz des vernunftlosen Naturzusammenhangs befangen bleiben wollen, so wird sich herausstellen, dass die Möglichkeit, in dieser Immanenz als ein Naturwesen unter anderen auf Dauer zu verharren, ihnen nicht gegeben ist. Die Regression ist möglich, Leben in der Regression nicht. In den in diesem Band versammelten Arbeiten über Kant, Simmel, Lukács, Benjamin, Adorno und Horkheimer werden die Möglichkeiten einer auf die kritische Analyse der Gegenwart hin angelegte Ästhetik ausgelotet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.06.2012

Lorenz Jäger begrüßt diesen Band mit ausgewählten Arbeiten zu Problemen der ästhetischen Theorie von Hartmut Scheible, der zum 70. Geburtstag des Frankfurter Germanisten erschienen ist. Er würdigt den Autor nicht nur als Kenner Adornos und der Kritischen Theorie, sondern auch als Kenner der Werke Casanovas oder Joseph Roths. Die Studien zu Autoren wie Benjamin, Adorno, Lukács und Horkheimer findet er beeindruckend, auch wenn die Lektüre keineswegs ein Sonntagsspaziergang ist. Vor allem hebt er die konzise Argumentation des Autors hervor.
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