Herausgegeben von Christian Weisenborn, Sebastian Weisenborn und Hans Woller. Am 26. September 1942 wurden Joy und Günther Weisenborn verhaftet. Sie gehörten zum Freundeskreis um Harro Schulze-Boysen, der auf vielfältige Weise Widerstand leistete gegen den Nationalsozialismus. Die Gestapo rechnete ihn einer angeblich von Moskau gesteuerten Widerstandsgruppe zu, die sie auf den Namen "Rote Kapelle" taufte. In der Haftzeit schrieben sich der prominente Schriftsteller und seine Frau Briefe. So bewahrten sie sich ihr eigenes privates Reich, das sogar dem allmächtig scheinenden NS-Regime Grenzen setzte. Nach ihrer Entlassung im April 1943 führte Joy zudem ein Tagebuch, das hier erstmals veröffentlicht wird. Die sehr persönlichen Dokumente legen Zeugnis ab von einer großen Liebe und einer Gegenwelt, die sich - trotz Isolation und Todesangst - nicht unterkriegen ließ.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.11.2017
Die Widerstandsgruppe "Rote Kapelle", die im Dritten Reich mit Hilfe der Russen gegen den Nationalsozialismus arbeitete, sollte in der historischen Aufarbeitung und im Geschichtsunterricht längst den Bekanntheitsgrad der "Weißen Rose" erreicht haben, meint Nicolas Freund. Einen Beitrag dafür leistet nun die von den Kindern Christian und Sebastian Weisenborn sowie Hans Woller veröffentlichte Dokumentensammlung "Joy und Günther Weisenborn: Liebe in Zeiten des Hochverrats. Tagebücher und Briefe aus dem Gefängnis 1942 - 1945". Selbst wenn die Briefe der beiden im Gefängnis festgehaltenen Widerstandskämpfer durch die Zensur der Nazis mussten, findet der Rezensent in der Sammlung nicht nur eine beeindruckende Momentaufnahme der letzten Kriegsjahre, sondern auch die einer großen Liebe.
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