Hermann Vinke

Cato Bontjes van Beek

'Ich habe nicht um mein Leben gebettelt'. Ein Porträt
Cover: Cato Bontjes van Beek
Arche Verlag, Zürich 2003
ISBN 9783716023136
Gebunden, 222 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Eine seit langem überfällige Darstellung über das kurze Leben der Cato Bontjes van Beek, die vor sechzig Jahren von den Nazis hingerichtet wurde und heute zu Unrecht vergessen ist.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.05.2013

Wie Sophie Scholl war auch Cato Bontjes van Beck eine Widerstandskämpferin gegen das Nazi-Regime und teilt mit ihrer Münchner Gesinnungsgenossin das Schicksal des Verrats, der Verhaftung und der Hinrichtung, berichtet Carla Baum. Dass die eine zum Gesicht des zivilen Widerstands wurde und die andere völlig in Vergessenheit geriet, ist für die Rezensentin eine der großen Ungerechtigkeiten der Geschichte. In einem toleranten, künstlerischen Elternhaus in der Nähe von Bremen aufgewachsen, schloss sich Bontjes van Beck als junge Frau in Berlin der Gruppe um Harro Schulze-Boysen an und wurde schließlich im August 1943 hingerichtet. Im Kalten Krieg wurde ihr Engagement von opportunistischen Altnazis zur Spionagetätigkeit für die Rote Armee umgedeutet und so aus dem Andenken gelöscht, weiß die Rezensentin. Umso verdienstvoller erscheint ihr, dass Hermann Vinke mit seiner Biografie den Namen Cato Bontjes van Beck wieder ins Bewusstsein ruft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.08.2003

Rezensentin Ingeborg Harms zeigt sich recht angetan von Hermann Vinkes Porträt Cato Bontjes van Beek, die als Widerstandskämpferin gegen das Nazi-Regime am 5. August 1943 durch das Fallbeil hingerichtet wurde. Wie Harms berichtet, konnte Vinkes für seine Arbeit auf das Privatarchiv von Tim Bontjes van Beeks, Catos Bruder, zugreifen, was sich auf das Buch sehr positiv ausgewirkt hat. Seine Stärke liegt für Hamrs nämlich vor allem in der von Vinkes "ausführlich" zitierten und ausgewerteten Korrespondenz, die Cato während eines längeren Englandaufenthalts, zwei Schuljahren in Amsterdam und vor allem aber in den zehn Monaten ihrer Gefangenschaft mit der Familie unterhielt. Daneben findet sie Vinkes eigenen Stil ein "wenig steif". Zudem hält sie ihm vor, dass er "vor allzu viel Respekt" Catos Persönlichkeit zu nivellieren drohe. Was Cato, die Harms als Idealistin, als arglos, in der Weltliteratur belesen und zu tiefen Gefühlen fähig charakterisiert, gar nicht nötig habe. Wobei Harms besonders beeindruckt hat, dass Cato ihr "überschäumendes, gewinnendes Wesen" selbst in der Gestapohaft bewahrt hat.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 01.08.2003

Beeindruckt zeigt sich die Rezensentin von Hermann Vinkes Porträt der Widerstandskämpferin Cato Bontjes van Beek. Mit nur 22 Jahren wurde sie zum Tode verurteilt, weil sie sich in der Widerstandsgruppe "Rote Kapelle" engagiert hatte, schreibt Ingrid Müller-Münch. Sie starb 1943 im Berliner Zuchthaus Plötzensee durch das Fallbeil. Vinke rekonstruiert ihr Leben in einem "mitreißenden Dokument" aus Briefen, Erinnerungen Lebender und der Tagebücher ihrer Geschwister, wie Müller-Münch lobt. Aufgewachsen in einer Umgebung, die dem Faschismus kritisch gegenüberstand, war das politische Engagement für sie eine Reaktion auf das, was sie erlebte, schreibt die Rezensentin. Die "Rote Kapelle" wurde später zu Unrecht als "kommunistische Spionageinfiltration" verunglimpft. Schon deshalb, findet Müller-Münch, lohne es sich, das Schicksal der Widerstandskämpferin ans Licht zu bringen. Die Nachkriegsgeschichte hätte allerdings nach ihrem Geschmack etwas mehr Aufmerksamkeit verdient, um die Hintergründe der Diffamierung deutlicher zu machen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 28.05.2003

Zu Recht stelle Herman Vinke die holländische Widerstandskämpferin Cato Bontjes van Beek neben Sophie Scholl, meint Rezensent Helmut Schmidt, der es wissen muss, schließlich hat er sie 1938 als junger Wehrpflichtiger Soldat in Fischerhude kennen gelernt, wie er in seiner Besprechung erzählt. Bontjes van Beck ging nach Berlin und half zusammen mit ihrer Schwester Mietje zahlreichen jüdischen Familien, Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern. Später schloss sie sich der Widerstandsgruppe Rote Kapelle. Im September 1942 wurde Cato Bontjes van Beek von der Gestapo verhaftet, zum Tode verurteilt und 5.8.1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Das "gut dokumentiert Buch über ihr Leben sei mit Liebe zum Detail geschrieben, lobt Schmidt, und wer es lese, der "erlebe konkret die Nazi-Diktatur, ihre Mechanik und ihre Scheußlichkeit", aber auch, wie ein Mensch trotz eines Todesurteils seine Würde bewahrt.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 24.05.2003

Der mit "rox" zeichnende Rezensent findet, dass das Leben von Cato Bontjes van Beek mit Hermann Vinkes Buch zu Recht aus der Vergessenheit geholt wurde. Cato Bontjes van Beek, Tochter einer in Bremen ansässigen dänischstämmigen Familie, hatte als sich als junge Frau ebenso wie Sophie Scholl einer Widerstandsgruppe in Nazideutschland angeschlossen, der "roten Kapelle", und dies mit dem Tode bezahlt. Anders allerdings als die "Weiße Rose" um Sophie Scholl sei die "rote Kapelle" eine kommunistische Widerstandsgruppe gewesen, weshalb sie im Nachkriegsdeutschland - zu Unrecht - in Vergessenheit geriet, meint unser Rezensent.