Der Westen liegt im Koma. Paralysiert und apathisch verfolgen Europäer und Amerikaner die weltweite epidemische Zunahme von Krisen, Kriegen und Konflikten aller Art. Das hat seinen Grund: Die Staaten der westlichen Welt, die es so gar nicht mehr gibt, sitzen in überlebten Strukturen fest und bekommen jetzt die Quittung für die Fehler der Vergangenheit. Die Folgen sind fatal. Gregor Schöllgen und Gerhard Schröder fragen, wie es dahin kommen konnte. Und sie sagen, wie es weitergehen muss. Mit Europa und der NATO, mit Russland und mit China, mit den Staaten der südlichen Halbkugel und nicht zuletzt mit Deutschlands Rolle in der Welt. Das Buch verbindet den analytischen Blick des Historikers mit dem gestaltenden Zugriff des Politikers. Es ist das Ergebnis eines Gesprächs, das die beiden seit vielen Jahren führen.
Rezensent Josef Joffe findet dieses Werk geradezu degoutant und das Etikett "kreative Geschichtsschreibung" ist noch das Freundlichste, das er über das Buch sagt. Der Ex-Bundeskanzler und sein Biograf erzählen hier durchgängig und unverdrossen vom bösen Amerika und vom guten Russland, so Joffe. "Putin kriegt ständig mildernde Umstände", schimpft er und steigt heftig ein in die Gegenargumentation zu den Thesen dieses Buches. Am Ende hat der Kritiker offensichtlich nur noch Mitleid übrig für derart, wie er findet, irrige und ganz entschieden jenseits der Realität angesiedelte Auffassungen und Analysen.
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