Krieg

Carl Hanser Verlag, München 2024
ISBN
9783446283336
Gebunden, 480 Seiten, 25,00
EUR
Klappentext
Aus dem Englischen unter anderen von Sylvia Bieker und Annika Domainko. In der Ukraine toben die schwersten Kämpfe auf europäischem Boden seit 1945, in Israel ist ein Ende der Gewalt nicht abzusehen. Beide Kriege drohen sich zu größeren internationalen Konflikten auszuweiten. Die alte Weltordnung ist offensichtlich an ein Ende gekommen. Wie agieren die USA und der Westen in diesen geopolitischen Krisen? Welche Konflikte warten auf die nächste US-Präsidentschaft? Bob Woodward gibt Einblicke hinter die Kulissen der internationalen Politik: Telefonate zwischen Putin und Biden, hektische Diplomatie in Hinterzimmern, gewagte Geheimdienstoperationen.
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Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 28.10.2024
Ein lesenswertes Buch mit ein paar Schwächen legt Bob Woodward hier pünktlich zur amerikanischen Präsidentschaftswahl vor, urteilt Rezensent Matthias Kolb. Im Zentrum des Bandes, der sich mit der Präsidentschaft Joe Bidens beschäftigt, stehen zwei Kriege, beschreibt Kolb. Zunächst geht es um den Überfall Russlands auf die Ukraine und die Versuche der USA, auf Putin einzuwirken, später, fährt die Zusammenfassung fort, um den Kampf Israels gegen die Hamas, wobei Woodward unter anderem die Beschimpfungen Bidens gegen Benjamin Netanyahu protokolliert. Insgesamt zieht Woodward laut Kolb ein positives Fazit der Biden-Präsidentschaft, da der Demokrat das Land verantwortungsbewusst aus derartigen Konflikten herausgehalten hat. Donald Trump hingegen wird ein weiteres Mal als Gefahr für die amerikanische Demokratie beschrieben, heißt es weiter. Kolb kritisiert, dass Woodward sich oft nicht für die Hintergründe der dargestellten Ereignisse interessiert, wie etwa die israelische Innenpolitik, außerdem merkt man dem nicht immer felsenfesten Lektorat den Zeitdruck an, unter dem es entstanden ist. Dennoch ein wichtiges Buch über unsere Zeit, so das Fazit.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 24.10.2024
Recht skeptisch arbeitet sich Rezensent Jean-Martin Büttner durch Bob Woodwards Buch, das sich hauptsächlich der Präsidentschaft Joe Bidens widmet. Dass nicht alle Welt dieses Buch mag, spricht für Büttner eher für Woodward, dessen Arbeit auf seinen Recherchen zu den amerikanischen Präsidenten der letzten Jahrzehnte basiert und in dem Biden zwar vorgeworfen wird, Putin unterschätzt zu haben und deshalb Mitschuld am Ukrainekrieg zu tragen, das insgesamt jedoch ein positives Resümee von Bidens Präsidentschaft zieht. Viel geht es laut Büttner außerdem um Donald Trump, auf den Woodward ausführlich einprügelt, wobei ausgerechnet der schwerwiegendste Angriff Büttner zufolge nicht allzu gut belegt ist: dass Trump auch nach seiner Präsidentschaft ein freundliches Verhältnis zu Vladimir Putin pflegte, werde nur auf eine anonyme Quelle zurückgeführt. Man merkt es schnell, der ganze Trend passt Büttner nicht und schreiben könne Woodward auch nicht. Dass Trump und Putin eng miteinander sind, kann sich der Rezensent leider trotzdem gut vorstellen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk, 22.10.2024
Um die großen Krisen und Kriege unserer Zeit geht es in Bob Woodwards neuem Buch, beschreibt Rezensent Ralf Borchard, die da wären: Ukraine, Gaza, aber auch die innenpolitischen Schlachtfelder in den USA. Vor Trump wird gewarnt in diesem Buch, lesen wir, manche Gesprächspartner Woodwards klingen regelrecht apokalyptisch, er selbst urteilt etwas nüchterner, aber gleichfalls vernichtend über Trump und dessen Nähe zu Putin. Wichtiger ist in dem Buch allerdings Joe Biden, so Borchard, dessen Präsidentschaft bei Woodward ausgesprochen gut wegkommt, als Beispiel staatspolitisch verantwortungsvollen Handelns beschrieben wird. Mittendrin statt nur dabei ist der Leser, findet Borchard, wenn minutiös, teils auch etwas langatmig beschrieben wird, wie der US-Außenminister mit Olaf Scholz an der Bar abhängt oder Biden Netanyahu am Telefon anbrüllt. Kamala Harris kommt bei all dem nicht allzu gut weg, sie wird als unerfahren beschrieben, heißt es abschließend, ein Happy End kann uns Woodward also nicht versprechen.