Die erstmals veröffentlichten geheimen Gespräche, Beratungen und Notizen Chruschtschows in der ersten Phase der von ihm initiierten Berlin-Krise zeigen einen von starken Emotionen bestimmten Politiker, der auf die Beherrschung West-Berlins und den "Ruin" der NATO abzielte und die Westmächte damit offen herausforderte. Dennoch war er letztlich nicht bereit, den angedrohten Nuklearkrieg zu riskieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.10.2015
Hanns Jürgen Küsters ist schon glücklich über jeden Zipfel, den die Moskauer Archive freigeben. Den von Gerhard Wettig herausgegebenen Band über Chruschtschows Westpolitik 1955 bis 1964 hat er daher mit Spannung erwartet. Den Sitzungsprotokollen des Zentralkomitees sowie den Gesprächsaufzeichnungen des KPdSU-Führers mit ausländischen Staatsmännern und Botschaftern während der Berlin-Krise entnimmt er so manche Erkenntnis über die Absichten Chruschtschows, etwa die Teilung Deutschlands betreffend, wie auch über dessen Demütigungen durch die Amerikaner. Auch wenn der Band nicht streng chronologisch verfährt und einige Quellennachweise fehlen, wie Küsters anmerkt, bietet er dem Rezensenten wichtige Erkenntnisse in Sachen Kalter Krieg.
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