Ulrich Schiller

Macht außer Kontrolle

Geheime Weltpolitik von Chruschtschow bis Bush
Cover: Macht außer Kontrolle
Aufbau Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783351025618
Gebunden, 350 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Der ARD-Korrespondent Ulrich Schiller hat drei Jahrzehnte über Brennpunkte des Kalten Krieges berichtet. In Belgrad, der ersten Station seiner Korrespondentenlaufbahn, ist der Journalist mit Titos Gratwanderung zwischen den Blöcken konfrontiert, in Moskau mit der neostalinistischen Restauration nach dem Sturz Chruschtschows. In Washington erlebte Schiller das Desaster des Vietnamkriegs und Watergate. Sein Blick hinter die Kulissen der Macht zeigt das Zusammenspiel von dreisten Lügen, Geheimdiplomatie und entfesselte Militärmaschinerie in Ost und West.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.04.2004

Beeindruckt ist Josef Riedmiller von den Hintergrundberichten des ehemaligen ARD-Korrespondenten und "Zeit"-Mitarbeiters Ulrich Schiller, "Macht außer Kontrolle - Geheime Weltpolitik von Chruschtschow bis Bush". Ob es nun das Scheitern Titos als jugoslawischer Staatsbegründer ist oder Breschnews Umgang mit den "Brüdern" im Ostblock - all dieses Schlingern der Macht wisse der Autor "genau und mit exzellentem Hintergrundwissen" darzustellen. Besonders nachhaltig haben die Berichte aus dem Weißen Haus auf den Rezensenten gewirkt; mit Schiller fragt er sich gar, ob die US-amerikanischen Zustände "noch etwas mit Demokratie im idealen Sinn" zu tun hätten "oder ob nicht ganz unverhüllt Machtkartelle am Werk sind, die 'Establishment' zu nennen eine arge Irreführung wäre". Schon unter Ronald Reagan, das weise Schiller nach, habe die "Religiöse Rechte" ihren Einfluss ausgeweitet; inzwischen allerdings nehme sie "fast den Rang einer Staatsideologie" ein. Die so genannten "Neocons" trügen die Verantwortung für "überzogenen Patriotismus, Militarismus, 'Demokratischen Imperialismus', Gleichschaltung der Medien und Lähmung der demokratischen Instanzen." Unter Bush jun. drohe also die Welt-Macht, vollends außer Kontrolle zu geraten!

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.12.2003

Mit großem Interesse hat Anette Bingemer die "Berufsmemoiren" des langjährigen ARD- und Zeit-Korrespondenten Ulrich Schiller gelesen, der in ihnen über seine Belgrader, Moskauer und Washingtoner Zeit berichtet. Schiller schildere seine Eindrücke und Erlebnisse stets "stimmungsbetont", "persönlich", bisweilen "ergreifend", schreibt die faszinierte Rezensentin. Doch beschränkt der Autor seine Darstellung nicht auf die individuelle "Naheinstellung", sondern bezieht fortwährend "lebendig und anschaulich" auch die historischen Hintergründe mit ein. Mitunter "breche" aber "Schillers leidenschaftliche, ausgeprägt linksliberale Gesinnung" durch, so Anette Bingemer, in deren Folge sie die historische Linie das ein oder andere mal "mit einem allzu breiten farbigen Pinsel gezogen" sieht. Davon abgesehen präsentiert sich Schiller jedoch mit dieser Schrift als ein mit "vielseitigen Kenntnissen" ausgestatteter "durch und durch überzeugter und geradliniger Journalist", formuliert die Rezensentin anerkennend.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.09.2003

Einen sehr aufschlussreichen Blick hinter die Kulissen des Kalten Krieges und auf die Zeit danach wirft diese Chronik von Ulrich Schiller, bemerkt der absolut beeindruckte Rezensent Dieter Buhl. Den "besonderen Reiz" des Buches sieht er vor allem in der Einbeziehung persönlicher Erfahrungen Schillers, der über lange Zeit als Auslandskorrespondent für die ARD in Belgrad, Moskau und Washington tätig war. Herausgekommen sei eine "sachkundig geschilderte" Studie über den Ost-West-Konflikt und dem zu dieser Zeit existierenden Netz aus Lügen und Machenschaften, die gerade aufgrund der durch den Autor verwendeten induktiven Methode absolut gelungen sei, wie der rundum begeisterte Rezensent versichert.

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