Die Geschichte Europas nach dem Zweiten Weltkrieg stand nachdrücklich im Zeichen des Ost-West-Konflikts. Dieser Konflikt entstand aus dem Zweiten Weltkrieg und war nicht alternativlos. Er eskalierte zu drei Kalten Kriegen in der Zeit um Berliner Blockade und Koreakrieg (1948-1952), zweite Berlinkrise und Kubakonflikt (1958-1962) sowie um die Raketenrüstungen (1979-1984). Jost Dülffers Band ist eine studentengerechte Einführung in die von Brüchen, Konflikten und Integrationsversuchen geprägte Zeit zwischen dem Zweiten Weltkrieg und der Auflösung des Ostblocks. In bewährter "Grundriss"-Manier tritt neben die Darstellung der geschichtlichen Ereignisse eine umfassende Diskussion der Forschung sowie eine Bibliographie der wichtigsten Literatur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.10.2004
Eine "wesentliche Bereicherung" der Handbücher zur Nachkriegsgeschichte sieht Rezensent Christoph Cornelissen in Jost Dülffers "Europa im Ost-West-Konflikt 1945-1991". Angetan zeigt er sich nicht nur von der "verständlichen Sprache" und der "knappen Form" des Buches. Auch den Duktus der Darstellung und des umfassenden Forschungsberichts lobt er als "bemerkenswert nüchtern, ja geradezu ,entspannt'" - angesichts der zahlreichen, hoch ideologisierten historiografischen Debatten aus vergangenen Jahrzehnten keine Selbstverständlichkeit. Cornelissen betont, dass Dülffer in seiner Bewertung der großen internationalen Konflikte seit 1945 und ihrer gesellschaftlichen Rückwirkungen einen "vermittelnden Kurs" steuert, wobei er auch den internationalen Beziehungen gebührenden Rang einräumt. Zustimmung des Rezensenten findet Dülffers Einschätzung, dass die Nachkriegszeit in Europa nicht in einer Geschichte der europäischen Einigung aufgeht und die Dynamik der "Globalisierung" die weltpolitische Rolle Europas heute noch weiter einschränkt, als dies bereits in der Ost-West-Konfrontation der Fall gewesen ist. "Problematisch" erscheint Cornelissen dagegen die bisweilen "unzureichende Berücksichtigung nationalstaatlicher Interessenlagen". Auch die Reflexion der Folgen gesellschaftlichen Strukturwandels für die internationale Politik wirke etwas kursorisch.
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