Aus dem Französischen übersetzt, herausgegeben und kommentiert von Rita Bischof. Georges Bataille hat eine Reihe von Kunstkritiken verfasst, die weder feuilletonistisch noch kunsthistorisch sind, stattdessen auf geschichtsphilosophischer Grundlage in Richtung einer ästhetischen Theorie der Malerei gehen. Sich vor allem den Beweggründen der Inspiration zuwendend, werden ästhetische Paradigmen erforscht, die "über den Anlass hinaus von Bedeutung sind" - so Rita Bischof in einem ausführlichen Nachwort, das die Essenz der tiefgründigen Texte von Bataille zur Kunst situiert. Selbst in Bildern denkend, hat Bataille seinen Kunstbegriff am einzelnen Werk entwickelt, von Leonardo da Vinci über den Impressionismus bis hin zu Max Ernst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.05.2024
Der hier rezensierende Kunsthistoriker Peter Geimer begibt sich mit George Bataille auf eine Reise in unsicheres Gelände. Der von Rita Bischof übertragene, herausgegebene und mit einem laut Geimer lesenswerten Nachwort versehene Band passt zur Zeit und kunsttheoretischen Debatten. Was Kunst leisten kann und sollte, umkreist der Autor in gewohnt dunkler Sprache, aber mit erhellenden Momenten, findet Geimer. Etwa, wenn der Autor feststellt, dass Max Ernst, seinen aufgegebenen Wunsch, Philosoph zu sein, schließlich doch in seiner Malerei verwirklichen konnte. Auch wenn Geimer mitunter sprachlos vor Batailles Pathos ist, dessen Kunstphilosophie, die kein l'art pour l'art, aber doch eine von Politik und Konvention befreite Kunst predigt, liest er doch noch einmal mit Gewinn.
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