Präsentiert in Bilderbögen und Textpfeilen von Helmut Bien, Gertrud Nolte und Anna Steins. Das Leben ist eine Baustelle. Den Plan des Baus, der nie fertig wird, nennt man Biographie. Inzwischen ist jedermann biografiepflichtig: Selbst bei der Bewerbung um einen Arbeitsplatz hat man vorzulegen, auf welchen Plan des Lebens man sich verpflichtet. Man entwickelt seine Biographie mit Blick auf die Zukunft, auf die Erwartungen hin, die man bei anderen zu wecken versucht. Man nährt diese Erwartungen aufs Kommende durch Hinweise aufs Gewesene: Aus dem Logbuch wird so ein »Lockbuch «. Das Lockbuch Bazon Brock schließt einen Lese-Zirkel zwischen Brocks Arbeit als auffälliger Zeitgenosse, als Akteur der Kulturszene seit Ende der 50er Jahre und den Fragen, die er provoziert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 01.02.2001
Man kann ihn drehen und wenden, den Bild- und Textband zum Wuppertaler Ästhetikprofessor Bazon Brock, und vollzieht damit auch auf "anschauliche Weise" die "beeindruckende Vielseitigkeit dieses Querdenkers" nach - so schwärmt zumindest der Rezensent Michael Grus unter dem Eindruck des vorliegenden Buches, das seine Informationen auch nach 90 und 180 Grad Drehungen dem Leser offenbart. Als "reich illustrierter Reader" rege es zur Auseinandersetzung mit Bazon Brock an, der sich nach Eigenaussage einer "Ethik des Unterlassens" verschrieben habe und stets gegen "intellektuelle Ausnahmeathleten" wie Heidegger und Botho Strauß polemisierte. Über Brocks Auffassungen erfahren wir noch einiges in dieser Rezension, leider jedoch um so weniger über das Buch. "Anregend" ist es allemal, wenn auch nur ein "knapper Überblick zu den wichtigsten Vermittlungsformen und Begriffsbildungen" gegeben wird. Ansonsten "kündet" es von einem außergewöhnlichen Theoretiker, der nicht nur sein Publikum Kopf stehen lässt, sondern dies auch gerne selbst bei seinen frühen Aktionen tat.
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