Ein Gespenst geht um in den USA. Seit George W. Bush seinen "Krieg gegen den Terrorismus" ausgerufen hat, ist eine Erosion der Grundrechte zu verzeichnen. Selbst weltbekannte Schauspieler(inn)en, die den Irak-Krieg verurteilt haben, müssen darauf gefasst sein, diskriminiert zu werden. Wie im Kalten Krieg, als Hunderte von Filmemachern, wie andere politisch Mißliebige auch, auf schwarze Listen gesetzt und um ihre Jobs gebracht wurden. Wie ein Großinquisitor verfolgte der berüchtigte Joseph R. McCarthy unerbittlich jeden, der in den Verdacht "unamerikanischer Umtriebe" geraten war. Überall sah er Kommunisten am Werk. Assistiert von FBI-Chef J. Edgar Hoover, tat McCarthy alles, um "subversive Elemente" aufzuspüren und ihnen das Handwerk zu legen. Aber Hetzkampagnen, Hexenjagden, Gesinnungstests, fremden- und minderheitenfeindliche Repressalien gab es schon vor McCarthy und nach ihm, wie nicht zuletzt die durch den Kongreß gepeitschten Sicherheitsgesetze des Präsidenten Bush jr. zeigen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 02.11.2005
Bevor er sich zur Kritik an diesem Buch entschließt, macht Matthias Penzel erst einmal hinreichend deutlich, wie abscheulich er McCarthys Umtriebe gegen Hollywood findet und wie politisch richtig deshalb ein Buch wie "Schatten über Hollywood" (gerade in Zeiten des Patriot Acts!) sei. Trotzdem ist er nicht zufrieden mit der Arbeit des Journalisten Frank Niess. Penzel klagt über die Unordnung und vermisst wichtige Fakten, Quellenangaben und korrekte Zitate. Den Rezensenten beschleicht der Verdacht, dass Niess hier Geschichtsschreibung und Zorn allzu sehr vermischt habe: "Die Melange kann nicht überzeugen."
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 19.10.2005
Ist im Zuge von George Bushs Krieg gegen den Terror so etwas wie ein "elektronisch verstärkter Cyber-McCarthyismus" heraufgezogen? Nach Lektüre von Frank Niess' Geschichte der antikommunistischen Hexenjagd in Hollywood sieht Georg Seeßlen einige Hinweise dafür gegeben. Und er ist überzeugt, dass bei Bush dieselbe Angst-Begierde gegenüber Hollywood wirkt wie bei den konservativen Fundamentalisten der vierziger und fünfziger Jahre: Den in den Studios produzierten American Dream nahmen sie gern, aber bitte "ohne Liberale, multikulturellen Sex, ohne Regisseure und Schauspieler, die sich auf eine Freiheit des Nonkonformismus berufen". Niess erzählt die Geschichte des McCarthyismus nicht als Filmwissenschaftler, sondern als Historiker, betont Seeßlen, der in dem Buch einen "wunderbaren Überblick" über Geschichte und Vorgeschichte der Hexenjagden vorgelegt sieht. Außerdem hat er sehr viel Aufschlussreiches über die "Rituale der Demütigung" und über den Antisemitismus der Inquisitoren erfahren. Für Seeßlen also ein "nützliches und notwendiges Kompendium".
Lena Schätte: Das Schwarz an den Händen meines Vaters Motte wird sie von ihrem Vater genannt. Eigentlich hat sie sogar zwei Väter: den einen, der schnell rennen kann und sich auf alle Fragen eine Antwort ausdenkt. Und den anderen,… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen… Angelika Klüssendorf: Trost 2022. Angelika Klüssendorf erzählt von Liebe, Entzweiung und der Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Rita, Meisterin darin, sich in die falschen Männer zu verlieben, fällt plötzlich…