Aus dem Französischen von Michael Halfbrodt. Die auf Gewalt beruhende Errichtung eines transnationalen Staatsprojekts des IS zwingt die internationale Gemeinschaft zu militärischen Interventionen. Luizard dechiffriert diese Strategie als Falle, aus der ein Entkommen mangels erfolgversprechender Konzepte immer schwieriger wird.
Der Islamische Staat hat sich mit blutigen Aktionen die Bühne der internationalen Politik erobert. Von den andauernden Krisen in Syrien und im Irak profitierend, hat der IS Macht und Kontrolle über große Regionen erlangt und verfügt über umfangreiche finanzielle Ressourcen.
Der Historiker Pierre-Jean Luizard legt eine umfassende Genese der dschihadistisch-salafistischen Gruppe vor und ordnet sie in einen soziopolitischen Kontext ein.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.11.2017
Jan Kuhlmann erkennt mit dem französischen Historiker Pierre-Jean Luizard das Ursachengeflecht hinter dem Aufstieg des IS und die Unmöglichkeit, in Ländern wie Syrien oder dem Irak Frieden zu schaffen, ohne die Ursprünge des Terrors zu bekämpfen und eine politische Perspektive für die Regionen zu entwickeln. Pessimistisch stimmt Kuhlmann die Lektüre über die Urschuld des Westens und den Unwillen der Eliten in den betroffenen Gebieten zu einer gerechten Gesellschaftsordnung. Luizards pointierter und analytisch scharfer Bericht scheint ihm so wahr wie beunruhigend.
Die Chancen auf einen Sieg gegen den IS stehen gut, doch dieses Ende ist erst der Anfang eines neuen Zyklus' der Gewalt, lernt Rezensentin Eva Berger mit Pierre-Jean Luizards Buch über den IS und die historischen Wurzeln seines Erfolgs. Es ist ein Zyklus, lesen wir, aus dem es keinen Ausweg gibt außer die Einsicht, dass das nahöstliche Staatensystem gescheitert ist, eine Einsicht die schwerfällt, so Berger, weil jenes System ein Ergebnis der postkolonialen Intervention westlicher Mächte sei. Dies ist die Hauptthese Luizards und er belegt sie - auf 150 Seiten - für die Rezensentin so schlüssig, so kompakt und klar, dass sie nicht mehr daran zweifelt, dass das transnationale Kalifat, die Gewalt des IS beziehungsweise sein Erfolg Teil des "postkoloniales Interventionserbe" ist, das uns nun auf die Füße fällt.
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