Christiane Oppermann

John F. Kerry

Wird Amerika wieder demokratisch?
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN 9783593375816
Gebunden, 250 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldung und noch immer keine Stabilität im Irak: Eine schwere Hypothek lastet auf den USA. John F. Kerry ist für viele eine Alternative zu Bush. Er ist ein Kriegsheld, der den Krieg verabscheut, er ist in Europa aufgewachsen, weltoffen und belesen. Aber kann er Amerika tatsächlich wieder sozialer gestalten? Christiane Oppermann schildert den Lebensweg Kerrys und legt dar, welche Aufgaben ihn erwarten. Gespräche mit langjährigen Weggefährten zeigen, wie Kerry die fundamentalen Fehler der Bush-Administration korrigieren und das Land aus seiner desolaten Lage befreien will. Eine profunde Analyse der politischen Realität Amerikas aus amerikanischer und europäischer Sicht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.09.2004

Vor allem der dritte Teil von Christiane Oppermanns "John F. Kerry" hat dem Rezensenten Norbert Finzsch gefallen. Hier hat er "luzide Beobachtungen" von Kerrys Wahlkampftruppe und einen profunden, wenn auch etwas rosigen Ausblick auf eine Zukunft gefunden, in der John Kerry 44. Präsident der Vereinigten Staaten wäre.. Finzsch rüffelt auch das "schlechte Lektorat", das er für eine Vielzahl von Ungenauigkeiten und Fehlern verantwortlich macht. Ein bisschen, suggeriert der Rezensent, kommt das Schnellschusshafte des Buches darin zum Ausdruck, und auch dass seine Autorin ein großes Anlehnungsbedürfnis zeigt - entweder lehnt sie sich an andere Kerry-Biografien an oder an eine Serie von Artikeln aus dem "Boston Globe"; und wirklich Neues hat auch der Mittelteil der Studie, eine Analyse der Fehlpolitik George W. Bushs, nicht zu vermelden.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.08.2004

"Insgesamt werden die Europäer mit einem Präsidenten John Kerry wohl weniger Freude haben, als sie erhoffen; dafür können die amerikanischen Bürger einige innenpolitische Innovationen erwarten - und sie sind es schließlich auch, die am 2. November wählen müssen." So fasst Christoph Fleischmann zusammen, was er aus den vier, von ihm gemeinsam besprochenen aktuellen Biografien des demokratischen Präsidentschaftskandidaten John Kerry gelernt hat. An diesem Buch der Wirtschaftsjournalistin Christiane Oppermann - das nur eine kurze Biografie Kerrys enthält, wie man erfährt -, lobt der Rezensent dann auch, dass es dafür ausführlich die innen- und wirtschaftspolitischen Vorstellungen Kerrys behandele. Dabei zeige sich vor allem, so bemerkt der Rezensent, dass man als Deutscher in mancher Hinsicht nur neidisch über den Atlantik schauen könne. Dort sei es nämlich, so Fleischmann, offenbar noch möglich, in der politischen Mitte Steuererhöhungen für Reiche zu fordern, während man bei uns "bestenfalls pathetisch an die Verantwortung oder den Patriotismus von Konzernmanagern appellieren darf". Nur die von Oppermann präsentierte politische und wirtschaftliche Bilanz der Regierung Bush fand der Rezensent "lückenhaft".

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 22.07.2004

Claus Leggewie sichtet in seiner Mehrfachbesprechung all die Bücher über John F. Kerry, die pünktlich zum Start der heißen Wahlkampfphase in den USA auch auf den deutschen Büchermarkt kommen. Politische Analysen oder vergleichende Presidential Studies findet man in keinem der vorliegenden Bücher, bedauert Leggewie, und das entscheidende Urteil über Kerry steht natürlich auch noch aus. Christiane Oppermann legt in ihrem Kerry-Porträt den Schwerpunkt auf dessen Zweikampf mit George Bush und die "magere Bilanz seiner Kriegspräsidentschaft", so dass er es allen empfehlen kann, die den demokratischen Bewerber im Kontext der aktuellen Politik bewerten möchten.