Die Erinnerungen des Düsseldorfer Revolutionärs Ewald Ochel umfassen einen sehr stürmischen Abschnitt der jüngeren deutschen Geschichte, der vor über 100 Jahren begann: den Ausbruch des Ersten Weltkriegs, die über vier Jahre währende Katastrophe des "Großen Kriegs", den Zusammenbruch des Deutschen Kaiserreichs und die Novemberrevolution sowie schließlich die sich unmittelbar daran anschließenden revolutionären Erhebungen, die die erste deutsche Republik erschütterten.
Melanie Longerich schätzt an den vom Historiker Joachim Schröder herausgegebenen Erinnerungen des linken Aktivisten Ewald Ochel die etwas andere Perspektive auf Novemberrevolution und Weimarer Republik. Wie der Revolutionspraktiker aus dem Pott sich 1914 mit Antikriegsaktionen und Einsatzflucht hervortut, später bei den Spartakisten zum Verhandlungsführer und in Düsseldorf zum Chef der KPD aufsteigt und schließlich zur SPD zurückfindet, liest Longerich mit Amüsement. Ein lebendiges Zeitdokument, das den Leser mit informativen Fußnoten begleitet, so Longerich.
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