Wolfgang Niess

Die Revolution von 1918/19

Der wahre Beginn unserer Demokratie
Cover: Die Revolution von 1918/19
Europa Verlag, München 2017
ISBN 9783958900745
Gebunden, 464 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Der Aufstand beginnt bei der deutschen Hochseeflotte, als Matrosen sich weigern, trotz der bereits feststehenden Kriegsniederlage zu einem letzten Gefecht gegen die britische Royal Navy auszulaufen. Er verbreitet sich in wenigen Tagen über das ganze Deutsche Reich und erreicht am 9. November 1918 Berlin. Hunderttausende Arbeiter demonstrieren, die Garnisonen schließen sich an, der Reichskanzler gibt die Abdankung des Kaisers bekannt, die Monarchie bricht zusammen, die Republik wird ausgerufen. Ziel der Revolutionsbewegung ist nicht die Diktatur des Proletariats. Sie will den preußischen Militarismus und die Reste des Kaiserreichs in Verwaltung, Justiz, Schulen und Universitäten beseitigen und eine von Grund auf demokratische Gesellschaft schaffen. Die Angst vor einer bolschewistischen Weltrevolution verhindert schließlich, dass der vorhandene Spielraum zu einer wirklichen Entmachtung der etablierten Kräfte genutzt wird, aber die erste Demokratie in Deutschland ist erfolgreich installiert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.05.2018

Jürgen Zarusky folgt Wolfgang Niess bei der Ausführung seiner These vom Beginn unserer Demokratie im Jahr 1918 mit Spannung. Der Rezensent schätzt Niess als profunden Kenner der Revolutions-Geschichtsschreibung. Dessen populäre Darstellung besticht für ihn durch Pointierung ohne allzu große Human-Touch-Effekte. Analytisch, chronologisch und fokussiert das politische Geschehen in den Blick nehmend, vermittelt der Autor dem Rezensenten, dass es sich bei 1918/19 weder um eine "überfüssige" noch um eine "verratene" Revolution handelt und dass die zuvor von der Obersten Heeresleitung eingestandenen Oktoberreformen ein Bluff waren. Fundiert und gut lesbar, meint der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.01.2018

Alexander Gallus würdigt die kritische Grundhaltung, mit der Wolfgang Niess die Revolution in den Blick nimmt. Dass sein Buch ohne Anmerkungen auskommt, sich auf Forschungsliteratur beschränkt, die einen festgefahrenen Debattenstand dokumentiert und kaum Regional-, Kultur- oder Alltagsgeschichtliches zum Thema aufgreift, möchte er dem Autor nicht anlasten. Dass Niess auf die Geschichte einer geradlinigen Begründung der Demokratie in Deutschland verzichtet und stattdessen die Mehrheitssozialdemokraten kritisiert und ein differenziertes Bild der linken Gruppierungen zeichnet, scheint Gallus durchaus für das Buch einzunehmen.

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