Barbara Beuys

Leben mit dem Feind

Amsterdam unter deutscher Besatzung Mai 1940 bis Mai 1945

Klappentext

Ein zentrales Stück deutsch-niederländischer Geschichte: Das bewegende Porträt der Stadt Amsterdam unter deutscher Besatzung. Barbara Beuys erzählt vom Alltag in der größten Stadt der Niederlande zwischen 1940 und 1945: davon, wie die Amsterdamer zunächst versuchen, durch Anpassung das Lebenswerte ihrer Stadt zu bewahren, von der Wut nach den ersten Deportationen jüdischer Mitbürger, von Terror und Razzien, von mutigen Menschen, die das kulturelle Leben der Metropole aufrechterhalten und unter Lebensgefahr jüdische Kinder verstecken.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.01.2013

Barbara Beuys' Buch über Amsterdam in den Jahren 1940 bis 1945 hat Jochen Schimmang tief beeindruckt. Die Intention der Autorin sieht er nicht in der Präsentation neuer Forschungsergebnisse, sondern in einer möglichst plastischen Erzählung des Lebens in der Stadt unter deutscher Besatzung. Dazu werte Beuys zahlreiche Tagebüche, Briefe und Autobiografien aus und verfolge die Wege einer Reihe von Protagonisten - jüdische und nichtjüdische Bürger der Stadt, Kollaborateure, holländische Nationalsozialisten, deutsche Besatzer. So gelingt der Autorin laut Schimmang eine minuziöse, konkrete und dichte Beschreibung der Ausplünderung Amsterdams und der zunehmenden Repressionen, die schließlich in blanken Terror und der Deportation von 107.000 Juden in osteuropäische Vernichtungslager mündeten. Das Fazit des Rezensenten: eine Lektüre, die den Leser durch ihre Konkretion "zeitweise in tiefe Depressionen stürzen kann".
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2012

Keine weitere "Forschungsschleife" hat Dorion Weickmann in Barbara Beuys' Buch über die deutsche Besatzungszeit in Amsterdam vorgefunden, sondern eine lebendige Darstellung, die Einzelschicksale in der besetzten Stadt vor Augen führt, wie sie lobt. Weickmann hebt das dramaturgische und erzählerische Talent der Autorin hervor, die sich schon auf verschiedenen Sachgebieten hervorgetan hat. Von Anfang an folgt sie der Autorin gefesselt, die von der Scham angesichts der Ausgrenzung und Verfolgung der Amsterdamer Juden bei der nichtjüdischen Bevölkerung genauso berichtet wie von Denunziantentum und heldenhaften Widerstands- und Rettungsaktionen. Besonders eindringlich wird das Buch nicht zuletzt durch die vielen Fotos, die nicht selten hinter scheinbar belanglosen Alltagsszenen die historischen Umstände umso aufrüttelnder vor Augen führen, so die Rezensentin.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.10.2012

Rezensentin Sabine Fröhlich schätzt Barbara Beuys' Buch über die Stadt Amsterdam unter deutscher Besetzung. Überzeugend schildert die Autorin für sie auf Grundlage von Quellen den Niedergang der liberalen Stadtgesellschaft, den Wirtschaftsboom durch die Aufträge der deutschen Kriegswirtschaft, die Zusammenarbeit mit den Besatzern, die Deportation der Juden, aber auch die Demonstrationen von Bürgern und ihren Widerstand. Die Rezensentin versteht das Buch auch als eine aus unterschiedlichen Perspektiven rekonstruierte "Rahmenerzählung" etwa für die Tagebücher der Anne Frank oder Etty Hillesum. Dabei hebt sie hervor, dass es der Autorin nicht um eine Bewertung der Verhaltensweisen der Einwohner der Stadt unter der Naziherrschaft geht. Das Fazit der Rezensentin: ein differenziertes Porträt Amsterdams in den Jahren 1940 bis 1945.