Während der deutschen Besatzung Frankreichs wurden rund 76.000 Juden in die Vernichtungslager deportiert, darunter über 11.000 Kinder, die nach dem Transport sofort ermordet wurden. Etwa 800 dieser Kinder stammten aus Deutschland und Österreich. Von dort waren sie mit ihren Eltern vor den Nationalsozialisten nach Frankreich geflohen. Mit großem Engagement haben Beate und Serge Klarsfeld alle verfügbaren Informationen über diese Kinder zusammengetragen, um an ihr Schicksal zu erinnern und sie vor dem Vergessen zu bewahren. Es finden sich Briefe der Kinder an ihre Eltern und Freunde, teilweise in Handschrift, und andere Dokumente wie Kopien von Reisepässen, Deportationslisten oder Zeitungsartikel. Viele Lebensläufe lassen sich so gut dokumentieren. Neben Lebensdaten, Herkunftsort der Kinder und Nummer ihres Transports blicken uns auf etwa 200 Fotos ihre Gesichter an.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.11.2008
Beeindruckt berichtet Ludger Heid von dieser Dokumentensammlung, enthält sich aber einer weiteren Bewertung. Ausführlich erzählt er von dem Projekt der Klarsfelds, die mehr als 30 jahre lang Zeugnisse Tausender jüdischer Kinder gesammelt, die von den Nazis aus Frankreich verschleppt und getötet wurden. Heid erinnert auch an das unseligen Verhalten der Bahn unter Hartmut Mehdorn, die sich trotz internationaler Proteste lange geweigert hatte, die Dokumentation der Klarsfelds auszustellen. Und schlißelich bemerkt Heid, dass in Deutschland niemand eine vergleichbare Arbeit geleistet hat.
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