Heinz Bude

Adorno für Ruinenkinder

Eine Geschichte von 1968
Cover: Adorno für Ruinenkinder
Carl Hanser Verlag, München 2018
ISBN 9783446259157
Gebunden, 128 Seiten, 17,00 EUR

Klappentext

Die Achtundsechziger polarisieren noch immer. Heinz Bude hat mit Männern und Frauen gesprochen, die damals dabei waren. Gemeinsam ist ihnen der Aufbruch aus der Kindheit zwischen Ruinen in eine Welt des befreiten Lebens. Aber Adorno gab ihnen auf den Weg, dass es einem umso schwerer wird, sich in der Gesellschaft nützlich zu machen, je mehr man von der Gesellschaft versteht. Mit einer trostlosen Vergangenheit im Rücken wollten sie die Gesellschaft verändern, um ein eigenes Leben zu finden. 50 Jahre nach der Revolte ist es an der Zeit zu verstehen, wie viel Privates seinerzeit das Politische bewegte.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 03.02.2018

Dass Heinz Budes neues Buch "Adorno für Ruinenkinder" im Grunde ein "Remix" seiner bereits in den Achtzigern geführten Interviews mit Achtundsechzigern ist, stört Rezensent Jochen Schimmang keineswegs. Reflektiert der Autor die Gespräche unter der Frage "Was hat die Jahrgänge von 1938 bis 1948 überhaupt angetrieben?" doch noch einmal ganz neu, erklärt der Kritiker, der Bude zudem anrechnet, dass er das Buch nicht als die, sondern als eine Geschichte von 1968 verkauft. Und so liest der Kritiker mit Interesse nach, wie der Begriff der "Gesellschaft" dank Adorno an Breitenwirkung gewann, lauscht Zeitzeugen bei ihren Erinnerungen an Adorno-Vorlesungen und freut sich über Gespräche über die Film- und Buchkultur jener Jahre. Das Cover dieser Ausgabe würdigt Schimmang als "Hommage an die Suhrkamp-Kultur".