Matthias Uhl, Armin Wagner

BND contra Sowjetarmee

Westdeutsche Militärspionage in der DDR
Cover: BND contra Sowjetarmee
Ch. Links Verlag, Berlin 2007
ISBN 9783861534617
Gebunden, 294 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Dieses Buch untersucht die Ausspähung der sowjetischen Truppen in Ostdeutschland durch die Organisation Gehlen und den Bundesnachrichtendienst (BND) vom Ende der vierziger Jahre bis zum Fall der Mauer. Anhand von erstmals freigegebenen Akten des BND und Dokumenten der Spionageabwehr des Ministeriums für Staatssicherheit beschreiben die Autoren Strukturen, Methoden und Alltag westdeutscher Geheimdienstaktionen an der Frontlinie des Kalten Krieges. Dies ist nicht die Geschichte großer Meisterspione und Agentenjäger, sondern Tausender Geschäftsreisender, Kraftfahrer, Studenten, Hausfrauen und Rentner, die im Laufe von vierzig Jahren in Pullachs Diensten spionierten und nicht selten ihren Agenteneinsatz mit langjähriger Haft oder dem Leben bezahlten. Am Beispiel nachrichtendienstlicher Angriffe gegen die Gruppe Sowjetischer Streitkräfte in Deutschland (GSSD) zeigt die vier Jahrzehnte dauernde Konfrontation zwischen BND und MfS die unmittelbar verflochtene Beziehung beider deutscher Staaten nach 1945 im Schnittpunkt von Geheimdienst-, Militär- und politischer Geschichte. Das Buch basiert auf erstmals freigegebenen Akten des BND und gibt Einblicke in die westliche Spionagepraxis.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.11.2008

Eine "thematisch hochinteressante Arbeit" sieht Cornelius Wüllenkemper in dieser Studie von Matthias Uhl und Armin Wagner über deutsch-deutsche Spionage. Er hebt hervor, dass die beiden Militärhistoriker mit die ersten sind, die sich diesem Thema von westlicher Seite nähern und dazu erstmals BND-Unterlagen heranziehen konnten. Ihre Untersuchung der westlichen Spionagetätigkeit gegenüber sowjetischen Militärstützpunkten in der DDR im Kalten Krieg fördert nach Ansicht von Wüllenkemper dann auch neue Erkenntnisse zu Tage, etwa über die Spionage in und um Berlin oder den Umstand, dass BND-Direktor Reinhard Gehlen die Bundesregierung frühzeitig vor der "Abriegelung des Ostteils" gewarnt hat. Allerdings können die Autoren seines Erachtens ihren Anspruch, das Bild des BND zu korrigieren, "trotz neuer Quellen" nicht wirklich einlösen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.11.2007

Sehr beachtlich scheint Gregor Schöllgen diese Untersuchung der Militärspionage BND in der DDR, die Armin Wagner und Matthias Uhl vorgelegt haben. Die Autoren haben seines Erachtens bemerkenswerte Ergebnisse über die Arbeit des BND zu Tage gefördert. Deutlich wird für ihn, dass die Erkundung der DDR vom BND sehr erfolgreich betrieben wurde, sowohl im Blick auf die dort stationierten Sowjettruppen als auch auf die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen des Landes. Er bescheinigt den Autoren, jede Menge Quellen des Bundesarchivs und des einstigen Ministeriums für Staatssicherheit ausgewertet zu haben. Über die politische Steuerung und die innere Struktur und Organisation des BND hat Schöllgen allerdings wenig Substantielles erfahren, was er aber nicht den Autoren, sondern der zögerlichen Haltung des BND ankreidet.