Der Marxismus ist tot? Keineswegs. Denn mit der Erschütterung vieler politischer Gewissheiten scheinen Karl Marx und seine Ideen neue Bedeutung zu erlangen. Christina Morina erzählt, wie dieses Ideenpaket einst seine ungeheure Anziehungskraft entwickelte. Die faszinierende Schöpfungsgeschichte einer Weltanschauung, die unseren Blick auf die Wirklichkeit für immer verändert hat.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2017
Rezensent Wolfgang Taus erfährt von der Historikerin Christina Morina, welchen Nachhall die Ideen von Marx bis heute haben. Morinas Analyse ihrer Rezeption durch die erste Generation marxistischer Denker wie Rosa Luxemburg, Jean Jaures und Lenin bezeugt laut Taus, dass es vor allem um die "soziale Frage" ging. Als Mischung aus Erfahrungs- und Ideengeschichte bringt die Autorin Taus das politische Leben, vor allem das sozialkritische Engagement der Denker nahe. Ein gruppenbiografisches Porträt, das den Marxismus im Prozess seiner Entstehung besser zu verstehen ermöglicht, so der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2017
Auch wenn der rezensierende Historiker Jürgen Osterhammel den Untertitel des Buches übertrieben findet, Christina Morinas Gruppenbiografie, die neben Marx unter anderen auch Rosa Luxemburg, Karl Kautsky und den Humanisten Jean Jaures mit einschließt, scheint ihm lehrreich in ihrer Verflechtung von Lebensläufen und Werk-Interpretationen. Das von der Autorin jeweils rekonstruierte Marx-Erlebnis ihrer Protagonisten offenbart für den Rezensenten die Verführugskraft der marxschen Theorie. Der laut Osterhammel von Morina dezent angewandte emotionsgeschichtliche Ansatz des Buches führt immer wieder zu biografisch fundierter Ideengeschichte, erklärt der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 05.10.2017
Rezensentin Lisa Herzog lernt in diesem, wie sie findet, bemerkenswerten Buch, wie aus realen Problemen und abstrakten Theorien schließlich ein "-ismus" wird. Die Historikerin Christina Morina entwirft ein "faszinierendes" Gruppenporträt von neun führenden Köpfen, die den Marxismus in die Welt brachten - darunter Rosa Luxemburg, Victor Adler oder Jean Jaures, erzählt die Kritikerin. Herzog lernt neben Kindheit und Jugend der überwiegend bürgerlichen Protagonisten deren erste Leseerfahrungen mit Marx kennen, erlebt Verhaftungen und Verbannungen, liest Intimitäten aus dem Sexual- und Liebesleben und erfährt, wie die Beteiligten zu Revolutionären wurden. Auch die enorme Quellenkenntnis der Autorin hat die Rezensentin beeindruckt.
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