Ist das Gute dem Bösen überlegen - oder verhält es sich gerade umgekehrt? Gibt es überhaupt "das Böse"? Kann Unglück als Quelle des Bösen gelten? Oder verunstaltet das Zusammensein mit bösen Menschen einen guten Menschen zu einem bösen Menschen? Solche Fragen haben die Philosophie von Beginn an beschäftigt. Der Band versammelt die wichtigsten Textausschnitte, u.a. von Platon, Augustinus, Anselm, Thomas, Spinoza, Voltaire, Kant, Nietzsche und Hannah Arendt bis zu Paul Ricœur.
Die Gedanken über das Böse, die Christian Schäfer in seinem Büchlein "Was ist das Böse?" zusammengetragen hat, resignieren zu guter letzt vor einer endgültigen Begründung positiver Werte, berichtet Franz Schuh. Es scheint die Tendenz zu geben, das Böse der Natur zuzuschlagen und diese einer bändigenden, ordnenden Kultur gegenüber zu stellen, mitnichten ist damit allerdings dann die Gestalt dieser Ordnung mitgeliefert, weiß der Rezensent. Und gerade im Streit um die richtige Ordnung mag vieles von dem geschehen, was wir als böse begreifen, erklärt Schuh, der vermutet, dass die Frage nach dem Bösen zur universellen Betrachtung des Menschlichen taugt.
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