Übersetzung aus dem Niederländischen von Mirjam Pressler und aus dem Englischen von Klaus Timmermann, Ulrike Wasel. Anne Franks Tagebuch als Graphic Diary, umgesetzt von Ari Folman und David Polonsky, ist eine Kombination aus dem Originaltext und fiktiven Dialogen, illustriert von den Trickfilmzeichnern Ari Folman und David Polonsky. So lebendig Anne Frank über das Leben im Hinterhaus, die Angst entdeckt zu werden, aber auch über ihre Gefühle als Heranwachsende schreibt, so unmittelbar, fast filmisch sind die Illustrationen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.01.2018
Rezensentin Manuela Kalbermatten trifft in Ari Folmans und David Polonskys Comic-Adaption ausgewählter Einträge aus dem Tagebuch der Anne Frank ein Mädchen mit jeder Menge Energie aber auch Angst. Dass die Autoren über das Überlieferte hinausgehen, ausmalen, weiterspinnen, zuspitzen und karikieren, verbucht die Rezensentin als Gewinn, macht es doch die Ängste und den Humor Anne Franks für sie besser greifbar. Ein Dialog zweier Mädchen, meint sie, der eine unmittelbare Auseinandersetzung mit dem Holocaust ermöglicht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.10.2017
Etlichen Malern, Filmemachern, Theaterregisseuren und Illustratoren ist bereits gelungen, was Ari Folman und David Polonsky nicht schaffen: Eine individuelle Interpretation des "Tagebuchs der Anne Frank" in Bildern, erklärt der etwas enttäuschte Rezensent Christian Schlüter. Sie wären also keineswegs die ersten gewesen, die sich dieser schwierigen Aufgabe stellen und trotzdem lassen sie sich von der Ehrfurcht vor dem Stoff in nicht bestehende Schranken weisen. Farben und Schatten setzen sie nur sehr zurückhaltend ein, die Zeichnungen bleiben sehr eindeutig, schlicht und dokumentarisch nah an den Fakten, von Fiktion ganz zu schweigen, bedauert Schlüter, der durchaus "interessante Ansätze" im Comic findet: So wissen die beiden Zeichner zum Beispiel den frechen Witz des Mädchens geschickt ins Bild zu fassen, lobt er.
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