Aus dem Niederländischen von Stefanie Schäfer. 1941 begegnet Jacqueline van Maarsen auf dem Jüdischen Lyzeum Anne Frank. Sie sind schon bald unzertrennliche beste Freundinnen: Sie machen zusammen Hausaufgaben, lesen die gleichen Bücher, übernachten beieinander und gründen einen Mädchenclub. Als Anne eines Tages nicht mehr da ist, freut sich Jacqueline, da sie glaubt, dass die Franks in die Schweiz ausgereist seien. Erst nach dem Krieg berichtet ihr Otto Frank von Annes Schicksal. Jacqueline van Maarsen erzählt darüber hinaus die Geschichte ihrer Eltern, einer französischen Katholikin und einem niederländischen Juden, von ihren Kriegserlebnissen und wie sie selbst der drohenden Deportation entkam.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.05.2004
Anne Franks Freundin Jopie ist dank des berühmten Tagebuches selbst Legende. Wer sich hinter dem Fantasienamen versteckte, war lange Zeit unbekannt, behauptet Susanne Simor. Entgegen der Erwartung, die der Buchtitel nährt, erzählt das Erinnerungsbuch von Anne Franks bester Freundin nicht ein weiteres Mal deren Geschichte, sondern schildert Jacqueline van Maarsens eigene Familiengeschichte, die Simor sehr beeindruckt hat. Natürlich findet in diesem Buch auch die Freundschaft mit Anne Frank mehr als Erwähnung, die sich sehr intensiv, aber auch nicht unkompliziert gestaltet haben muss, weil Anne Frank "sehr anspruchsvoll und schnell eifersüchtig" war. Jacqueline van Maarsens Familie überlebte, weil die Mutter, ursprünglich Katholikin, den katholischen Glauben wieder annahm, ihre Kinder christlich taufen ließ und auf diese Weise sogar ihren jüdischen Mann retten konnte. Die beiden Mädchen, Anne und Jopie, wurden brutal getrennt; nur im Tagebuch Anne Franks scheinen sie auf immer und ewig miteinander verbunden, sinniert Simor und freut sich über van Maarsens freundschaftliche Entgegnung 60 Jahre später.
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