Hyperlokale wunde Punkte

Von Lara Brünjes
28.09.2010. "Journalism is publishing what someone doesn't want us to know, the rest is propaganda." Dieses Zitat von Horacio Verbitsky steht auf der Startseite des Blogs regensburg-digital. Es ist das Credo von Stefan Aigner, freier Journalist: Er hat sich der lokalen Berichterstattung im Internet verschrieben. Das Blog zeigt sich mit unabhängiger Recherche kritisch gegenüber örtlicher Politik, bietet den Bürgern ein Forum direkt unter den Artikeln und entwickelt so einen produktiven und differenzierten Austausch zwischen Journalist und Leser. In den Kommentaren zu den Recherchen Aigners, etwa zum katastrophalen Zustand eines Regensburger Schulgebäudes, werden lebhafte Diskussionen geführt, unter anderem auch von Betroffenen, in diesem Fall den Schülern. Besonders kritische Berichte des Blogs zur Personalpolitik des Möbelhauses XXXLutz wurden mit Unterlassungsverfahren desselben beantwortet - sie blieben vor Gericht aber erfolglos. Auch die Nürnberger Rüstungsfirma Diehl ging gerichtlich gegen Aigner vor und erwirkte eine einstweilige Verfügung, weil der Blogger deren Produkt "Smart 155" als "Streumunition" bezeichnet hatte (Hier der Hintergrund dazu in der taz). Aigner schreibt auf seinem Blog unabhängig, kritisch, zuweilen drastisch formulierend und unverhohlen wertend - und ist damit vielen lokalen Firmen, Politikern und Institutionen ein Dorn im Auge.

Antje Vollmer hätte keine Rede für Westergaard gehalten

Von Thierry Chervel
23.09.2010. "Ich halte es für unklug. Für eine Staatsfrau halte ich es für sehr unklug", antwortete die Grünen-Politikerin Antje Vollmer in einer Diskussion (etwa ab Minute 15) des SWR auf die Frage, was sie davon hält, dass sich Angela Merkel in einer Rede dezidiert für Kurt Westergaard, den Zeichner einer bekannten Mohammed-Karikatur, einsetzte.Die Grünen, so scheint es, haben ein taktisches und opportunistisches Verständnis von Meinungsfreiheit. Nach Renate Künast hat sich mit Antje Vollmer nun die zweite Grünen-Poltiikerin mit Kritik an Angela Merkels Rede zur Auszeichnung Kurt Westergaards gemeldet.

Die Muster des Kulturalismus

Von Thierry Chervel
08.09.2010. Thilo Sarrazin kam den Feinden von Islamkritikerinnen wie Necla Kelek oder Ayaan Hirsi Ali wie gerufen. Er liefert ihnen endlich das Szenario, von dem sie schon lange träumten. Sarrazin entstellt ihnen mit seiner eugenischen Argumentation die verhasste Kritik von Religion und Tradition und unseren Arrangements mit der Malaise zu angeblicher Kenntlichkeit. In der heutigen Zeit sehnt sich Thomas Assheuer eine rechtspopulistische Partei herbei, in der sich Eva Hermann, Necla Kelek, Norbert Bolz und nebenbei auch der Perlentaucher um Thilo Sarrazin scharen, den sich Assheuer als eine Art Geert Wilders - oder gar Haider? - zu imaginieren scheint. In die gleiche Kerbe haut eine Rede des FAZ-Feuilletonchefs Patrick Bahners, die noch vor der Sarrazin-Debatte gehalten wurde und in der Necla Kelek zu einem Heinrich Treitschke der Gegenwart umgemodelt wird. Kelek sagt: Der Islam ist das Problem. Und Treitschke sagte: Die Juden sind unser Unglück. Man weiß ja, wohin das führte. Assheuer und Bahners werfen sich schon mal in die Joppe des Resistants.Dabei ahnen sie nicht, dass sie Sarrazin wesentlich mehr ähneln, als man es von Necla Kelek behaupten kann, die nur Sarrazins Darstellung der Missstände in Deutschland und sein Recht auf freie Meinungsäußerung verteidigt.

Shortlist für den Deutschen Bücherpreis veröffentlicht

Von Lara Brünjes
08.09.2010. Die Jury hat heute die Shortlist-Nominierungen für den Deutschen Buchpreis 2010 bekanntgegeben. Die Romane von Autorengrößen wie Thomas Hettche und Martin Mosebach schafften es nicht unter die letzten sechs:Jan Faktor

Hyperlokale wunde Punkte

Antje Vollmer hätte keine Rede für Westergaard gehalten

23.09.2010. "Ich halte es für unklug. Für eine Staatsfrau halte ich es für sehr unklug", antwortete die Grünen-Politikerin Antje Vollmer in einer Diskussion (etwa ab Minute 15) des SWR auf die Frage, was sie davon hält, dass sich Angela Merkel in einer Rede dezidiert für Kurt Westergaard, den Zeichner einer bekannten Mohammed-Karikatur, einsetzte.Die Grünen, so scheint es, haben ein taktisches und opportunistisches Verständnis von Meinungsfreiheit. Nach Renate Künast hat sich mit Antje Vollmer nun die zweite Grünen-Poltiikerin mit Kritik an Angela Merkels Rede zur Auszeichnung Kurt Westergaards gemeldet. Von Thierry Chervel

Die Muster des Kulturalismus