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Bücherschau der Woche

Hatten Sie in den letzten Tagen keine Zeit, die Zeitung zu lesen oder bei uns vorbeizuschauen ? Macht nichts, denn hier können Sie unsere Rezensionsnotizen der letzten sechs Erscheinungstage nach Zeitung oder Themen sortiert abfragen.

Literaturbeilagen

All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.

Aus dem Archiv

Links

Kommentierte Linkliste zu internationalen Zeitungen, Zeitschriften und Verlagen.

Redaktionsblog: Im Ententeich

Hyperlokale wunde Punkte

28.09.2010. "Journalism is publishing what someone doesn't want us to know, the rest is propaganda." Dieses Zitat von Horacio Verbitsky steht auf der Startseite des Blogs regensburg-digital. Es ist das Credo von Stefan Aigner, freier Journalist: Er hat sich der lokalen Berichterstattung im Internet verschrieben. Das Blog zeigt sich mit unabhängiger Recherche kritisch gegenüber örtlicher Politik, bietet den Bürgern ein Forum direkt unter den Artikeln und entwickelt so einen produktiven und differenzierten Austausch zwischen Journalist und Leser. In den Kommentaren zu den Recherchen Aigners, etwa zum katastrophalen Zustand eines Regensburger Schulgebäudes, werden lebhafte Diskussionen geführt, unter anderem auch von Betroffenen, in diesem Fall den Schülern. Von Lara Brünjes

Antje Vollmer hätte keine Rede für Westergaard gehalten

23.09.2010. "Ich halte es für unklug. Für eine Staatsfrau halte ich es für sehr unklug", antwortete die Grünen-Politikerin Antje Vollmer in einer Diskussion (etwa ab Minute 15) des SWR auf die Frage, was sie davon hält, dass sich Angela Merkel in einer Rede dezidiert für Kurt Westergaard, den Zeichner einer bekannten Mohammed-Karikatur, einsetzte. Von Thierry Chervel

'Ihr seid Sieger!'

21.09.2010. Warum verehren heute wieder so viele Russen Stalin? Wie arbeiten die ehemaligen Sowjetrepubliken den Stalinismus auf? Über diese Fragen diskutierten gestern abend in der Heinrich-Böll-Stiftung die Weißrussin Swetlana Alexijewitsch, der Georgier Lascha Bakradse und die Russen Arsenij Roginskij und Andrei Sorokin. Der Abend war ein weiterer Höhepunkt des bisher schon so reichen Internationalen Literaturfestivals Berlin. "Die Luft ist schwer zu atmen geworden", sagte der Moskauer Historiker Andrei Sorokin, der 1991 den Verlag Rosspen gegründet hatte, um in Zusammenarbeit mit der Organisation Memorial in einer hundertbändigen Reihe die entscheidenden Dokumente und Schriften zur Geschichte des Stalinismus zu veröffentlichen. Wie Sorokin in seinem Eingangsstatement erklärte, ist nicht unbedingt die Verdrängung des Stalinismus das Problem in Russland, auch wenn tatsächlich die Bemühungen um die historische Erforschung und den wissenschaftlichen Diskurs zunehmend torpediert würden. Das weitaus gravierendere Problem sei die positive Verklärung Stalins nicht nur in Fernsehserien, sondern auch in Schulbüchern. 1989 sahen nur 18 Prozent der Bevölkerung in Stalin einen Wohltäter des russischen Volkes, berichtet Sorokin, 1998 waren es bereits 36 Prozent und heute sind es über 50 Prozent. Da könne man nicht einmal mehr von einem mythologischen Stalin-Bild sprechen, das sei eher ein zoologisches, gibt Sorokin… Von Thekla Dannenberg

Swetlana Alexijewitsch

20.09.2010. Heute abend diskutieren in Berlin die Reporterin Swetlana Alexijewitsch, der Historiker Andrei Sorokin, der Historiker und Mitbegründer von Memorial Arsenij Roginskij und der Historiker Lascha Bakradse über die Aufarbeitung des Stalinismus in den postsowjetischen Staaten. Swetlana Alexijewitsch ist in Russland und Weißrussland berühmt für ihre literarischen Reportagen. Auch im Westen ist sie keine Unbekannte, doch ist sie hier längst nicht so bekannt wie beispielsweise Ryszard Kapuscinski. Am Freitag trat sie schon im Collegium Hungaricum auf, um aus ihrem neuen Buch "Second-Hand-Zeit - Das Ende des roten Menschen" vorzulesen (noch nicht erschienen). "Ich habe versucht ein Bild von der neuen Welt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, dem Zusammenbruch der Utopie darzustellen", sagte sie. "Jetzt gibt es den freien Menschen, dachte ich. Aber er ist zu dieser Freiheit nicht bereit. Er ist ein Sklave. Ich versuche das zu verstehen." Von Anja Seeliger

Die Muster des Kulturalismus

08.09.2010. Thilo Sarrazin kam den Feinden von Islamkritikerinnen wie Necla Kelek oder Ayaan Hirsi Ali wie gerufen. Er liefert ihnen endlich das Szenario, von dem sie schon lange träumten. Sarrazin entstellt ihnen mit seiner eugenischen Argumentation die verhasste Kritik von Religion und Tradition und unseren Arrangements mit der Malaise zu angeblicher Kenntlichkeit. In der heutigen Zeit sehnt sich Thomas Assheuer eine rechtspopulistische Partei herbei, in der sich Eva Hermann, Necla Kelek, Norbert Bolz und nebenbei auch der Perlentaucher um Thilo Sarrazin scharen, den sich Assheuer als eine Art Geert Wilders - oder gar Haider? - zu imaginieren scheint. In die gleiche Kerbe haut eine Rede des FAZ-Feuilletonchefs Patrick Bahners, die noch vor der Sarrazin-Debatte gehalten wurde und in der Necla Kelek zu einem Heinrich Treitschke der Gegenwart umgemodelt wird. Kelek sagt: Der Islam ist das Problem. Und Treitschke sagte: Die Juden sind unser Unglück. Man weiß ja, wohin das führte. Assheuer und Bahners werfen sich schon mal in die Joppe des Resistants. Von Thierry Chervel

Shortlist für den Deutschen Bücherpreis veröffentlicht

08.09.2010. Die Jury hat heute die Shortlist-Nominierungen für den Deutschen Buchpreis 2010 bekanntgegeben. Die Romane von Autorengrößen wie Thomas Hettche und Martin Mosebach schafften es nicht unter die letzten sechs: Von Lara Brünjes

Archiv: Presseschauen

Manchmal ist es auch eine Zumutung

20.05.2015. In Cannes ziehen die Kritiker eine Bilanz der ersten Festivalhalbzeit und rätseln über die Entscheidungen der Auswahlkommission. Mit großem Vergnügen lässt sich die Nachtkritik beim Internationalen Figurentheaterfestival in Nürnberg, Erlangen und Fürth überfordern. Der gefräßige Kunstmarkt macht aus Künstlern Rockstars, beklagt die SZ. Die NZZ bestaunt in Barcelona den Humor und die Selbstironie von Maria Lassnig. Mehr lesen

Wir sind so crazy, wir sind so anders

20.05.2015. Die NZZ berichtet, dass Russland jetzt auch Wissenschaftler als feindliche Agenten aus dem Land jagt. In der Berliner Zeitung erkennt Götz Aly im Volksentscheid die Geheimwaffe zur neubürgerlichen Besitzstandswahrung. In der taz wünscht sich Barbara Muraca die Freiheit, ein langlebiges Smartphone kaufen zu können. Das Münkler-Blog übt öffentliche, aber immer noch anonyme Selbstkritik. Die New York Times meldet unterdes, dass Neil LaBute sein Stück "Mohammed Gets a Boner" zurückgezogen hat. Mehr lesen

Können Journalisten träumen?

20.05.2015. Tag gegen TTIP des Deutschen Kulturrats - 2049: Das Ende der Massenmedien? - Spiegel-Personalie: Nikolaus Blome geht - Internet.org: US-Bürgerrechtler kritisieren Facebook-Initiative - Sie werden es nicht richten: Rechtscheck Vorratsdatenspeicherung - Cyberattacke auf Bundestag: Offenbar auch Regierungsmitgliedern betroffen - Apps: Google integriert Twitter-Beiträge in mobile Suche - Konservativ & ideologiekritisch: Alexander Graus Nachruf auf Odo Marquard. Mehr lesen

Kollaps im Innern

19.05.2015. In der LRB behauptet Seymour Hersh, dass Osama bin Laden jahrelang vom pakistanischen Geheimdienst gefangen gehalten wurde. Im New Yorker erkundet Karl Ove Knausgard die innere Kriegskultur des Anders Breivik. Wired verfolgt weiter die Ermittlungen gegen die Drogen-Plattform Silk Road. In Clarin beweist Héctor Abad die Kraft magischen Denkens. In Nepszabadsag spricht Regisseur László Nemes über seinen Film "Son of Saul". Und Movie Mezzanine stellt sich gegen eine Armada von Marvel-Helden. Mehr lesen

Archiv: Bücher

Expressionistische Regenbogenqualitäten

20.05.2015. Intellektuellen Phantomschmerz bereiten die posthum veröffentlichten Bände "Technologischer Totalitarismus" und "Ungeheuerliche Neuigkeiten" von Frank Schirrmacher der SZ. Die taz ist verzückt von Tommi Musturis Comic "Das Handbuch der Hoffnung". In "Die Herrscher der Welt" gewährt Bernhard Kegel einen Blick in die Zukunft der Biologie, staunt die faszinierte FAZ. Außerdem preist sie "42,195" von Matthias Politycki als Meilenstein der Marathonliteratur. Mehr lesen

Keine Moral ohne Eleganz

12.05.2015. Die italienische Autorengruppe Wu Ming schickt in "54" Cary Grant auf geheime Mission nach Jugoslawien, wo er mit Eleganz und Stil beinahe den Kalten Krieg entschärft hätte. Robert Brack durchkreuzt in "Die drei Leben des Feng Yun-Fat" buddhistische Weisheiten und die Prinzipien hanseatischer Kaufmannskunst. Mehr lesen

Franziskus, die Gottlosen und die Schönen

11.05.2015. Bücher über Pin-ups, den Geist des Canticum fratris solis, eine Fußwallfahrt zum Ende der FDP, den syrischen Dichter Abu l-'Ala al-Ma'arri, Schwimmen mit Haien und die Ikonografie des Judas. Mehr lesen

Vorstoß in die vierte Dimension

08.05.2015. Die Reisen des Michael Glawogger, die radikale Humanität Lydia Tschukowskajas, die Leiden eines vietnamesischen Soldaten in Friedenszeiten und die Geschichte des Völkermords an den Armeniern - dies alles und mehr in den besten Büchern des Monats Mai. Mehr lesen

Archiv: Magazin

Marathon Venezia

11.05.2015. Gegen die Kunstbiennale von Venedig spricht einiges: zu viel, zu kommerziell, zu ideologisch, zu mühsam. Die Begehung gleicht einem Marathon, bei dem nicht die Strecke festgelegt ist, sondern die Zeit. Erstaunlich, was es zu sehen gibt, sobald man unterwegs ist. Die Kunstkolumne. Mehr lesen

Voltaire: Gegenangriff

04.05.2015. Johannes Paul II. hat Marx besiegt und ging vor Voltaire in die Knie. So wie Voltaire verzichtet das heutige Europa auf ein höchstes Wesen. Aber so wie Voltaire macht es aus Atheismus keine Religion. Denn das Gegenteil des Fanatismus ist Toleranz. Mehr lesen

Kinder ihrer Zeit

06.03.2015. Der EuGH hat entschieden: ein Buch ist nur dann ein Buch, wenn es auf einem physischen Träger geliefert wird. Damit entfällt der reduzierte Mehrwertsteuersatz für Ebooks, die in Europa teuer bleiben. Das freut weder Autoren noch Verlage noch Kunden, nur die Betreiber von Webseiten zum illegalen Download. Mehr lesen

Trauer um Charlie Hebdo

09.01.2015. Wir erinnern mit einer Hommage an Charb, Cabu, Wolinski, Honoré und Tignous. Mehr lesen

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