Redaktionsblog - Im Ententeich - 2010-06

Redaktionsblog - Im Ententeich
Zurück | 1 | 2 | Vor

Er hat die Flugzeuge gestoppt

Redaktionsblog - Im Ententeich 20.05.2011 Vor knapp zwei Wochen gaben die Berliner Philharmoniker ein Konzert unter Christian Thielemann, auf dem Programm standen zwei Stücke von Richard Strauss, die aus gutem Grund lange nicht gespielt werden: die "Festmusik der Stadt Wien", die Strauss zum fünften Jahrestag des Anschluss Österreichs an das Dritte Reich komponiert hatte, und ein "Festliches Präludium", das sie 1943 schon zum Geburtstag Adolf Hitlers dargeboten hatten. Mit "Lieder, Lärm und Lustigkeit" pries das Programmheft diesen "Strauss für alle Gelegenheiten" an. Allerdings entlockte dieses gruselige Ereignis nur Manuel Brug in der Welt die entsprechenden Schauder. Von Thekla Dannenberg

Fatale Nähe: Jean Ziegler und Oberst Gaddafi

Redaktionsblog - Im Ententeich 05.04.2011 Erstaunlich mit welcher Chuzpe deutsche Zeitungen Wahrheiten verschweigen, die ihnen nicht in den Kram passen - als könnten sie im Zeitalter des Internets immer noch darüber entscheiden, was die Öffentlichkeit wissen soll und was nicht. Dass der beliebte Globalisierungkritiker Jean Ziegler dem Oberst Gaddafi nahegestanden hat, will man in der SZ, ja sogar der FAZ und bei Welt-Online offenbar lieber nicht hören. "Tatsächlich hat er das Gaddafi-Regime weit differenzierter als andere beurteilt, sich aber auch immer distanziert," erzählte Michael Frank in der SZ, als die Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller Ziegler wieder von den Salzburger Festspielen auslud, wo er als gutes Weltgewissen Ende Juli die Eröffnungsrede halten sollte. Nähe zu Gaddafi? Aber nein! Frank wartet mit Zieglers Erklärung für den Vorwurf auf: Die Israel-Lobby ist schuld: "Seit er die Hungerlage im Gaza-Streifen vor den Vereinten Nationen anzuprangern verstanden habe, begegne ihm so mancher mit Hass." Die SZ hatte noch ein paar Wochen vorher ein Interview mit Ziegler gebracht, in dem dieser sich frech als Libyen-Experte aufspielen durfte und den Westen dafür kritisierte, dass er in Libyen nicht eingriff. Sein eigenes Verhältnis zu Gaddafi, das die regierungsunabhängige Organisation UN Watch schon im Jahr 2006 minuziös und für alle… Von Thierry Chervel

Wikileaks und die Pressefreiheit

Redaktionsblog - Im Ententeich 13.12.2010 Was sagt der Umgang mit Wikileaks eigentlich über den Stand der Pressefreiheit in den westlichen Staaten aus? Dazu sind in den letzten Tagen eine Reihe sehr interessanter Artikel erschienen. Zunächst mal geht es um die Frage, ob das Internet geholfen hat, Zensur zu erleichtern oder zu erschweren. Im vorletzten Blogeintrag habe ich James Cowie von der IT-Sicherheitsfirma Renesys zitiert, der in einer sehr lesenswerten Analyse am Beispiel von Wikileaks beschrieb, wie schwer Zensur heute durchsetzbar ist. Für eine so bekannte Seite wie Wikileaks mag das richtig sein, aber für alle anderen? Von Anja Seeliger

Wikileaks zeigt: Das Netz kann man nicht regulieren

Redaktionsblog - Im Ententeich 10.12.2010 Kinderpornografie, Glücksspiele, Google Street View und jetzt Wikileaks - jedesmal, wenn was passiert, ruft jemand nach "Regulierung" des Internets. Warum das unmöglich ist, warum die ganze Struktur des Netzes das nicht zulässt, hat gerade James Cowie von Renesys, einer IT-Sicherheitsfirma, im Firmenblog erklärt: Alle Versuche, Wikileaks aus dem Netz zu kicken, haben am Ende nur dazu geführt, dass es sich weiterverbreitet hat. "Und es geht immer weiter. So lange man noch irgendeine Kopie von Wikileaks erreichen kann, kann man auch eine ihrer gespiegelten Seiten lesen, die jetzt auf über 1.000 Webseiten von Freiwilligen liegen. Keine davon ist so gut gesichert wie wikileaks.ch, aber das müssen sie auch nicht sein." Für Cowie ist außerdem offensichtlich, dass "Suche und soziale Dienste (Google und Twitter) eine Schlüsselrolle spielen für die Wiederveröffentlichung von Inhalt, der irgendwo unterdrückt wird. Sie lenken zugleich die Aufmerksamkeit auf die restlichen Kopien. Wenn unterdrückter Inhalt sich automatisch verbreitet, dann garantiert die Konstruktion des Internets, dass dieser Inhalt immer irgendwo eine Heimat hat. Wenn man die DNS-Server abschaltet, [also zum Beispiel wikileaks.org], twittern die Leute die originale IP Adresse [213.251.145.96], über die der Inhalt… Von Anja Seeliger

Wikileaks' Julian Assange verhaftet

Redaktionsblog - Im Ententeich 07.12.2010 Der Versuch in Sachen Wikileaks auf dem Laufenden zu bleiben, war heute ein echter Marathon. Hier kurz die neuesten Entwicklungen: Wikileaks-Gründer Julian Assange hat sich heute in London Scotland Yard gestellt. Inzwischen hat es eine erste Anhörung gegeben, in der die Schweden ihre Vorwürfe gegen Assange etwas präzisiert haben, berichtet der Guardian: "Assange wurde in Verbindung mit vier Beschuldigungen gesucht, darunter Vergewaltigung und Belästigung. Von Anja Seeliger

Die Logik der Beschwichtigung

Redaktionsblog - Im Ententeich 18.11.2010 Ein ungutes Schweigen umgibt den Fall der beiden deutschen Journalisten, die vom iranischen Regime mit Spionagevorwürfen ins Gefängnis gesteckt wurden, weil sie über die drohende Steinigung Sakineh Ashtianis berichten wollten. Am Montag wurden die beiden wie Kriegsbeute im iranischen Fernsehen vorgeführt. Getrennt voneinander antworteten sie auf Fragen. Was sie sagten, war nicht zu verstehen, der Ton ihrer Stimmen wurde vom Kommentar in Farsi überdeckt. Von Thierry Chervel

Hyperlokale wunde Punkte

Redaktionsblog - Im Ententeich 28.09.2010 "Journalism is publishing what someone doesn't want us to know, the rest is propaganda." Dieses Zitat von Horacio Verbitsky steht auf der Startseite des Blogs regensburg-digital. Es ist das Credo von Stefan Aigner, freier Journalist: Er hat sich der lokalen Berichterstattung im Internet verschrieben. Das Blog zeigt sich mit unabhängiger Recherche kritisch gegenüber örtlicher Politik, bietet den Bürgern ein Forum direkt unter den Artikeln und entwickelt so einen produktiven und differenzierten Austausch zwischen Journalist und Leser. In den Kommentaren zu den Recherchen Aigners, etwa zum katastrophalen Zustand eines Regensburger Schulgebäudes, werden lebhafte Diskussionen geführt, unter anderem auch von Betroffenen, in diesem Fall den Schülern. Von Lara Brünjes

Zurück | 1 | 2 | Vor